25 März 2008

Schnell wachsendes Holz vom Acker

Pappel-Plantage soll Energie und Erkenntnisse liefern

Kaufering, Lkr. Landsberg a. Lech – Schnell wachsende Baumarten wie Pappeln können vor allem in Wasserschutzgebieten einen Beitrag zur Versorgung mit dem umweltfreundlichen Energieträger Holz leisten. Darauf hat Landwirtschaftsminister Josef Miller in Kaufering hingewiesen, wo in einem ersten Schritt auf 2,7 Hektar insgesamt 30.000 Pappeln gepflanzt werden.

Dieses Projekt ist Bestandteil des Energiekonzepts der Stadt Kaufering und soll nicht nur Holz für das Hackschnitzelheizkraftwerk liefern, sondern auch weitere Erkenntnisse über solche “Kurzumtriebskulturen” auf landwirtschaftlichen Flächen. Der Minister hat die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und das Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht beauftragt, das Modellprojekt in Kaufering wissenschaftlich zu begleiten, das zu den Bioenergie-Leuchtturmprojekten im Rahmen des Klimaprogramms 2020 der Staatsregierung zählt.

Die Pappel-Plantage soll vor allem konkrete Aussagen zur Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit der sogenannten “Energiewälder” ermöglichen. Insbesondere die Massenleistung der Flächen, die alle fünf Jahre beerntet werden, steht im Fokus der Untersuchung, um daraus die möglichen Kohlendioxid-Einsparungen durch die Nutzung errechnen zu können. Bislang gehen Experten davon aus, dass die Flächen 30 Jahre genutzt und damit pro Hektar jährlich bis zu 6.000 Liter Heizöl ersetzt werden können.

Ebenso wichtig ist aber auch die genaue Beobachtung der Entwicklung der biologischen Vielfalt in solchen Anpflanzungen. Die Wissenschaftler wollen erfassen, welche heimischen Tiere und Pflanzen sich hier ansiedeln. Für Landwirte ist schließlich die Auswahl der richtigen Pappelsorten von besonderem Interesse, da sich diese in Wuchsleistung und Anfälligkeit sehr stark unterscheiden. Die Sortenprüfung und die Entwicklung neuer Sortenempfehlungen sollen verstärkt und die Praktiker künftig noch intensiver über den Anbau schnellwachsender Baumarten beraten werden.

(Vgl. Meldung vom 2008-01-07.)

Source: Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten vom 2008-03-25.

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