27 Juli 2018

Schneider Schreibgeräte GmbH setzt auf biobasierte Produktlinien, um Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu schützen

Interview mit Frank Groß, Geschäftsführer, zu dem Umweltengagement der Schneider GmbH  

Durch zunehmenden Einsatz von biobasierten Kunststoffen werden endliche Ressourcen geschont. Die klimaneutrale Produktion vieler Schneider Produktlinien soll zum Umweltschutz beitragen. Die Kunden leisten mit dem Kauf biobasierter Schreibgeräte einen aktiven Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.

Wir haben den Geschäftsführer zu dem Umweltengagement der Schneider GmbH befragt:

1) Seit wann gibt es Ihr Unternehmen und wie viele Mitarbeiter arbeiten bei Ihnen?

Unser Unternehmen wurde 1938 gegründet und inzwischen haben wir rund 620 Mitarbeiter an unseren drei Standorten in Deutschland.

2) Besitzt die Firma eine eigene Unternehmensphilosophie bzw. ein Leitbild zum Thema Nachhaltigkeit?

Ja, wir haben vor einigen Jahren unser Leitbild formuliert und dokumentiert. Dabei haben wir vier Grundsätze definiert, auf denen unser Denken und unser Handeln basieren: hohe Produktqualität, aufgeschlossene Einfachheit, Nachhaltigkeit und aktive Nähe zu den Nutzern.

Unsere Aktivitäten für Umwelt und Soziales stehen unter dem Leitsatz „We Care“.
Im Internet haben wir unter www.schneiderpen.com/wecare einen eigenen »We Care« Bereich eingerichtet, in welchem wir kompakte Informationen über unsere Aktivitäten geben.

Nachhaltigkeit ist für uns ein wichtiger Grundsatz bei Herstellung und Vertrieb. Ausdruck davon ist u.a. die Zertifizierung nach dem weltweit anspruchsvollsten Umwelt-Management-System gemäß EU-ÖKO-Audit-Verordnung EMAS.

3) Welche biobasierten Stifte haben Sie derzeit auf dem Markt?

Derzeit gibt es zwei Kugelschreiber aus biobasiertem Kunststoff, den K3 Biosafe und den Slider Xite. Des Weiteren haben wir 2016 zwei weitere Produktserien aus biobasiertem Kunststoff auf den Markt gebracht, Fineliner „Line-Up“ sowie Fineliner und Fasermaler „Link-It“. Die „Link-It“-Serie wurde dieses Jahr noch um einen Textmarker Link-It und einen Kugelschreiber Link-It erweitert.

4) Wie kam es dazu nachhaltige Stifte zu produzieren? Gab es ggf. Probleme/ Hindernisse bei der Entwicklung bzw. bei der Produktion?

Wir sind seit 1998 nach dem weltweit strengsten Umweltmanagement-System EMAS validiert und seit jeher bestrebt, unsere Umweltleistungen kontinuierlich zu verbessern. Bereits 2011 leisteten wir Pionierarbeit und brachten den ersten Kugelschreiber mit Gehäuse aus biobasiertem Kunststoff auf den Markt.

Es stand schon damals fest: Erdöl ist eine endliche Ressource und Objekt von Spekulationen und Krisen. Die hohe Produktqualität und Langlebigkeit stehen bei Schneider nicht zur Disposition, denn Müll vermeiden ist immer noch die beste Form von Umweltschutz. Daher war für uns das oberste Ziel, alle gewohnten herausragenden Gebrauchseigenschaften der erdölbasierten Kunststoffe zu erreichen und die endlichen Ressourcen zu schonen.

Herkömmliche Kunststoffe weisen herausragende Merkmale wie die gute Verarbeitbarkeit oder die kunststofftypischen Gebrauchseigenschaften auf. Schreibgeräte müssen zum Beispiel wärmeformbeständig, bruchstabil und verdunstungsfest sein. Die Umstellung auf biobasierte Kunststoffe erforderte intensive Entwicklungs- und Forschungsarbeit. Schon mit unserem ersten biobasierten Kugelschreiber K3 haben wir sehr viele Erfahrungen in Bezug auf das Material und die Verarbeitung gesammelt.

Für unsere Modelle aus biobasiertem Kunststoff konnten wir nicht auf bestehende Werkzeuge zurückgreifen, da sich der Kunststoff im Spritzgießverfahren anders verhält. Somit mussten extra neue Werkzeuge hergestellt werden. Über den eigenen Werkzeugbau war dies jedoch gut möglich. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, ein komplett neues Schreibgerät zu generieren, anstatt ein bestehendes auf biobasierte Kunststoffe umzurüsten. Durch intensive Forschung, Recherchen und Entwicklungen im eigenen Haus sowie die enge Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen konnten wir in den letzten Jahren massiv Know-How aufbauen.

5) Woher beziehen Sie die Rohstoffe für Ihre Schreibgeräte?

Ein Großteil unserer Rohstoffe wurde in Zusammenarbeit mit Partnern (Compoundierern) speziell für unsere Bedürfnisse entwickelt und produziert.

6) Nach welchen Nachhaltigkeits- bzw. Qualitätsstandards arbeiten Sie in Ihrer Firma?

Durch die Einführung eines integrierten Managementsystems, kurz IMS bündeln wir Qualitäts-und Umweltanforderungen der ISO 9001 / 14001 und EMAS in einem Managementsystem.

7) Wie ist Ihr bisheriger Kontakt zur öffentlichen Hand? Nehmen Sie regelmäßig an Ausschreibungen teil? Sind Ihre Stifte beim Kaufhaus des Bundes (KdB) erhältlich?

Wir haben in unserer Vertriebsgesellschaft Schneider Novus Vertriebs GmbH (SNV) Außendienstmitarbeiter, welche regelmäßig die ausschreibenden Stellen kontaktieren, Neuheiten vorstellen und der öffentlichen Hand für Ausschreibungen beratend zur Seite stehen können.

Wir nehmen nicht direkt an Ausschreibungen teil, jedoch arbeitet unser Vertriebsteam von SNV sehr eng mit den an der Ausschreibung teilnehmenden Händlern zusammen. D.h. der Händler nimmt an den öffentlichen Ausschreibungen teil und sendet die Leistungsverzeichnisse u.a. an SNV. SNV trägt an den entsprechenden Positionen die passenden Artikel ein. Der Händler entscheidet letztlich, welche Artikel er in der Ausschreibung einsetzt. Allerdings: Wir, die Hersteller, hören sehr oft, dass wir tolle Produkte haben, aber der Preis entscheidend ist. Wenn unsere Außendienstmitarbeiter in einer Leistungsbeschreibung, z.B. für Fineliner, unseren „Line Up“ für den Händler empfehlen, wäre dieser schlecht beraten. Eine Bewertungsmatrix sollte so erstellt werden, dass es für nachhaltige Produkte Extrapunkte geben kann. Insbesondere auf kommunaler- und Landesebene spielt der Preis eine wichtige Rolle. Hier gilt es umzudenken und neue Lösungen zu schaffen.

Source: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, 2018-07-19.

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