4 Januar 2010

Schmack Biogas wird von Viessmann übernommen

Schwächung durch hohe Rostoffpreise und Finanzkrise

Die Biogasbranche steckt infolge von politischen und marktspezifischen Entscheidungen und Hindernissen in einer kurzzeitigen, aber heftigen Krise. Darunter leidet auch der Schwandorfer Biogasanlagenproduzent Schmack, der letztes Jahr Insolvenz anmelden musste. Schmack zählte zu den führenden deutschen Komplettanbietern der Biogasbranche.

Als Gründe für diese Entwicklung gibt Schmack eine mangelnde Investitionsbereitschaft aufgrund steigender Energiepflanzenpreise sowie die Zurückhaltung der Banken bei der Vergabe von Unternehmenskrediten an. Darüber hinaus, so Schmack, sei die Neuregelung der Subventionierung von Biogas Ende 2008 zu spät erfolgt; die Fördersätze betragen bis zu 0,27 Euro pro Kilowattstunde für aus Biogas erzeugten Strom.

Aus der Biogasbranche werden zur Firmenpleite von Schmack jedoch auch kritische Stimmen laut. Das Unternehmen habe sich übernommen und zu sehr auf schnelle Expansion und auf Großanlagen gesetzt.

Der Hersteller von Heiztechnik-Systemen, Viessmann, nutzt die Gunst der Stunde und erwirbt das erste börsennotierte Biogasunternehmen. Viessmann beschäftigt ca. 8.600 Mitarbeiter und kann mit einem Jahrsumsatz von 1,7 Milliarden Euro aufwarten. Seit Oktober 2007 zählt die BIOFerm GmbH zur Viessmann Holding International.

Die Biogasbranche befindet sich zwar in einer momentanen Krise, kann aber auf einen zukunftsträchtigen und stark wachsenden Markt bauen. Laut Schmack stehen derzeit Aufträge von bis zu 170 Millionen Euro an, was ungefähr das Vierfache des prognostizierten Jahresumsatzes ausmache. Zudem setzt die Bundesregierung auf einen zunehmenden Markt für kohlendioxidarme Energieversorgung; die Einspeisung von Gas aus z.B. pflanzlichen Abfällen soll sich demnach bis 2020 auf ca. 6 Mrd. Kubikmeter erhöhen. Diese Zukunftsperspektiven kann sich Viessmann nun zunutze machen.

An den hessischen Familienkonzern gehen ein italienisches Tochterunternehmen, sowie die Bereiche Komponentenfertigung, Gasaufbereitung und operative Teile über. Über drei Viertel der 470 Arbeitsplätze würden übernommen, so Viessmann. Das Tochterunternehmen Hese, spezialisiert auf Anlagen zur Herstellung von Biogas aus Bioabfall, gehört nicht dazu.

Der Kurs der Schmack-Aktie war nach Verlautbarung der Unternehmenspleite auf 0,89 Euro abgerutscht, Anfang 2007 hatte er noch 74,80 Euro betragen.

Source: Financial Times Deutschland, 2009-17-12.

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