22 Oktober 2009

Schmack Biogas insolvent

Insolvenzverwalter strebt Fortführung des Unternehmens an

Am 20.10.2009 haben die Geschäftsführer der Schmack Biogas AG Tochtergesellschaften Stelzenberger Biogas GmbH (Kirchweidach), Carbotech Engineering GmbH (Essen) und Hese Biogas GmbH (Gelsenkirchen) einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Trotz intensiver Verhandlungen mit Banken und Investoren über die zukünftige Finanzierung der Schmack Biogas-Gruppe konnte keine Lösung erzielt werden. Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand entschieden, auch für die Schmack Biogas AG (Schwandorf) Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit anzumelden.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Herr Rechtsanwalt Dr. Hubert Ampferl von der Nürnberger Kanzlei Dr. Beck & Partner GbR bestellt. Der Vorstand der Schmack Biogas AG und die Geschäftsführer der Tochtergesellschaften streben gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter die Fortführung der Unternehmen an. Dazu Insolvenzverwalter Ampferl: “Das Insolvenzverfahren wird für die Schmack Biogas AG eine Chance sein, gestärkt aus dieser Krise herauszukommen”. Die operative Geschäftstätigkeit wird in allen Unternehmensbereichen fortgesetzt. Insbesondere der hohe Auftragsbestand wird zu einer positiven Entwicklung im Verfahren beitragen.

Pressetext kommentiert, die Pleite komme überraschend, denn Ende August hatte das Management um Unternehmensgründer Ulrich Schmack in Aussicht gestellt, dass im zweiten Halbjahr 2009 eine Belebung des Geschäfts eintreten wird. Die an Versorger verkauften Gaseinspeisungsprojekte würden sich positiv auswirken, so Schmack.

“Ob und in welchem Ausmaß es zu Stellenstreichungen unter den in der gesamten Schmack-Unternehmensgruppe derzeit rund 450 Mitarbeitern kommen wird, bleibt nach wie vor offen. Der Insolvenzverwalter wurde bestellt, wird sich erst einmal einen Überblick verschaffen und dann die weitere Vorgehensweise festlegen”, sagt Schmack-Biogas-Sprecher Ralf Trück auf Anfrage von pressetext. Nicht nur, dass Schmack Biogas seit acht Quartalen in Folge Verluste ausweisen muss, belastet. Auch der Fonds HG Renewable Power Partners macht dem Konzern zu schaffen. Dieser sprang als einer größten Abnehmer von Biogasanlagen ab.

Das 1995 gegründete und eigenen Angaben nach zu den “bedeutendsten deutschen Anbietern für Biogasanlagen” zählende und zeitweise auch im ÖkoDax der Deutschen Börse gelistete Unternehmen ist aufgrund der drohenden Zahlungsunfähigkeit meilenweit von seinen alten Kurshöchstständen entfernt. War das Schmack-Papier im Blütejahr 2007 noch 74 Euro wert, bewegt sich der Kurs seit Dezember 2008 nur mehr zwischen 2,80 Euro und 6,70 Euro. Am 22. Oktober um 17:45 Uhr lag der Börsenkurs der Aktie bei 1,35 Euro.

Source: Schmack Biogas AG, Pressemitteilung, 2009-10-22 und Pressetext.de, 2009-10-21.

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