10 Mai 2006

Schmack Biogas AG: Mit Mikroalgen auf Erfolgskurs

Technikumsversuch in Schwandorf angelaufen

Durch den erfolgreichen Laborversuch bestätigt, will die Schmack Biogas AG die Biogasreinigung durch Mikroalgen effektiver machen. In drei Photobioreaktoren testet sie jetzt, unter welchen Bedingungen die Algen am besten wachsen und das meiste CO2 aus dem Biogas binden. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) unterstützt das Vorhaben finanziell.

Je höher sein Methangehalt und je reiner das Biogas, desto besser lässt es sich energetisch nutzen. Aus dieser Erkenntnis hat die Schmack Biogas AG in Zusammenarbeit mit der Rent-a-Scientist GmbH nach Möglichkeiten gesucht, Biogas kostengünstig und umweltfreundlich zu reinigen. Mit Algen in einem Photobioreaktor konnten die Wissenschaftler in einem Vorläuferprojekt den großen Treffer landen.

Noch vor der Verstromung leiten sie das Biogas über den Photobioreaktor und schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn die Algen dort benötigen CO2 um zu wachsen und reinigen zugleich das Biogas von diesem für die Verstromung nur nachteiligen Gas.

Im Laborversuch ließ sich der Energiegehalt des Gases mit EBSIE (Effizienzsteigerung der Biogasnutzung durch Solarenergie) erheblich erhöhen. Ein weiterer positiver Effekt: die Algen im Reaktor wachsen schneller und bauen Biomasse auf, die ebenfalls in der Biogasanlage vergoren wird. EBSIE macht Anlagen also effektiver und nach ersten Berechnungen auch wirtschaftlicher.

Ob das auch im größeren Maßstab funktioniert, soll der jetzt laufende Technikumsversuch zeigen. Ziel ist es, ein Modul zu erarbeiten, das an landwirtschaftliche Biogasanlagen angekoppelt werden kann. Da dieses Modul nicht allzu teuer sein darf, testen die Wissenschaftler an einer Biogasanlage in Schwandorf jetzt drei einfache “open pond” Photobioreaktoren.

Im Gewächshaus vorkultiviert, sollen die Algen in diesen offenen Behältern zwei Jahre lang arbeiten. Zeigen soll sich nicht nur, wie sich die Witterung auf die Algenkulturen und ihre Fähigkeit auswirkt, CO2 zu binden. Drei Becken ermöglichen außerdem Tests verschiedener Algenarten unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen.

In an die Photobioreaktoren angekoppelten Gaswaschtürmen werden neben CO2 auch andere störende Gasbestandteile ausgewaschen. Das Biogas ist damit nicht nur so rein und hochwertig, dass die für die Verstromung an die Biogasanlage angeschlossenen Blockheizkraftwerke erheblich weniger Korrosionsprobleme haben, ihm erschließen sich auch neue Verwendungsmöglichkeiten. Die Nutzung als Kraftstoff oder die Einspeisung ins Erdgasnetz sind da durchaus denkbar.

Die Wissenschaftler machen sich aber auch über die Verwertung der Algen Gedanken. Denn die Vergärung in der Biogasanlage allein ist ihnen zu einfach, Karriere könnten die Algen nämlich auch als Futtermittel oder Rohstofflieferant für Basischemikalien machen. Unter welchen Bedingungen EBSIE am besten arbeitet und mit welchen Varianten der Nutzung des Gases und der Algen sich am ehesten Geld verdienen lässt, wird sich zu Projektende im März 2008 zeigen.

(Vgl. Meldungen vom 2004-04-02 und 2005-09-27.)

Source: FNR-Pressemeldung Nr. 468 vom 2006-05-09.

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