2 April 2007

San Francisco verbietet Plastiktüten

Wie der San Francisco Chronicle berichtete, hat der Stadtrat der kalifornischen Metropole kürzlich für ein Verbot von Plastiktüten in großen Lebensmittelläden und Drogeriemärkten gestimmt. Die neue Vorschrift tritt in sechs Monaten in Kraft. San Francisco ist damit die erste US-amerikanische Großstadt, die Plastiktüten aus ihren Supermärkten verbannt.

US-Supermärkte geben bisher beim Lebensmittelkauf kostenlos Plastik- oder wahlweise Papiertüten an ihre Kunden aus. Allein in San Francisco wurden im vergangenen Jahr 180 Millionen Plastiktüten verteilt. Künftig werden nur noch Stoff- und Papiertüten und andere biologisch abbaubare Produkte als Einkaufstüten erlaubt sein. Dies könnte zu einer steigenden Nachfrage nach Tüten aus Bio-Kunststoffen führen.

Die Stadt will damit den zunehmenden Umweltproblemen durch Plastikabfälle entgegen wirken. Die Tüten würden unter anderem die Abfallhalden anwachsen lassen und als Plastikmüll die Meere verschmutzen, hieß es zur Begründung. Mit dem neuen Gesetz hofft die Stadt nun jährlich 1,7 Millionen Liter Öl zu sparen und 1,4 Tonnen Müll zu vermeiden. “Hoffentlich werden andere Städte und Bundesstaaten unserem Beispiel folgen”, sagte der Stadtabgeordnete Ross Mikarimi. Er hatte den Gesetzesvorschlag eingereicht, nachdem eine Absprache zur freiwilligen Reduzierung der Plastiktüten gescheitert war.

Auch in anderen Ländern gab es bereits ähnlich Vorstöße: In Italien (Meldung vom 2006-10-25), Frankreich (Meldung vom 2006-11-30) und Österreich (Meldung vom 2006-12-19). Auf Korsika dürfen große Geschäfte bereits keine Plastiktüten mehr ausgeben, aus den Pariser Supermärkten soll sie noch dieses Jahr verschwinden.

(Vgl. auch Meldungen vom 2007-03-30 und 2007-03-29.)

Source: "Das Ende der Plastiktüten", in: Süddeutsche Zeitung, 2007-03-29 und nova-Archiv.

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