6 Dezember 2002

Sachsen-Anhalt: Modernstes Zellstoffwerk Europas soll Wirtschaft ankurbeln

Kapazitäten für drei Mio. Festmeter Nadelholz jährlich

Hinter Zellstoff Stendal GmbH (ZSG) stehen große Namen: Die Stendal Pulp Holding GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Mercer International Inc., Zürich, die RWE Industrielösungen GmbH Duisburg und die FAHR Beteiligungen AG, die Muttergesellschaft der AIG Altmark Industrie AG – gemeinsam haben diese Gesellschafter den großen Projektstart ermöglicht. Ein neues – und Europas größtes – Zellstoffwerk entsteht in ihrem Auftrag im Industrie- und Gewerbepark Arneburg bei Stendal, auf dem ehemaligen Kernkraftwerksgelände Niedergörne.

Das aus insgesamt 38 mit jeweils komplizierten Anlagen bestückten Einzelgebäuden bestehende Bauprojekt am Elbufer wird seine Investoren wohl runde 840 Mio. EUR kosten. Der Bund, Land und EU sind mit 270 Mio. EUR Förderung dabei – mit der Vorgabe der bevorzugten Entwicklung Sachsen-Anhalts und der Altmark.

Bis zum geplanten Betriebsstart Mitte 2004 stellt das Vorhaben bereits bis zu 1.500 Bau-Arbeitsplätze in Spitzenzeiten, im laufenden Werk sollen 580 Direktarbeitsplätze sowie 1.000 weitere Stellen im Zuliefer- und Dienstleistungsbereich entstehen. Nach Angaben der Zellstoff Stendal GmbH-Geschäftsführung sollen auch schon – wie über die Fördermittel-Bereitstellung vorgegeben – von den bislang erteilten Bauaufträgen im Umfang von 23 Mio. EUR allein 16 Mio. (70 Prozent) an Firmen der Region gegangen sein.

„Mit dem neuen Zellstoffwerk in Arneburg schaffen wir nicht allein den größten Zellstoff-Produktionsstandort in Mitteleuropa. Wir sind solz darauf, als einer der zukünftig größten Arbeitgeber in der Region einen Beitrag zur Stärkung der Wirtschaftsstruktur im Norden Sachsen-Anhalts leisten zu können“, so Wolfram Ridder, Geschäftsführer der ZSG und Geschäftsbereichsleiter Zellstoff bei Mercer.

Rund 550.000 Tonnen Kraftzellstoff jährlich – Ausgangsmaterial für Zeitungs-, Küchen-, Kosmetik- oder hochwertiges Schreibpapier – sollen ab Ende 2004 im neuen Werk bei nachhaltiger Nutzung deutscher Forstressourcen produziert werden. Mit den drei Mio. Festmeter benötigtem Nadelholz, die dafür benötigt werden, hofft man, den heutigen Nettoimportbedarf von mehr als 4,5 Mio. Tonnen signifikant zu drücken. Auch der nachhaltige Absatz für nicht sägefähiges Rundholz und Sägenebenprodukte durch die ZSG wird vor allem von Waldbesitzern begrüßt.

Auch Jimmy H. Lee, Vorstandsvorsitzender von Mercer freut sich: „In Sachsen-Anhalt haben wir ideale Bedingungen für die Realisierung unseres Projektes gefunden. Die geographische Lage von Arneburg zu den Märkten wie auch die infrastrukturelle Anbindung sind wesentliche Faktoren bei einem Massenumschlag von merhr als drei Mio. Tonnen jährlich.“

Source: ALTMARK WEB vom 2002-12-05 und energie-pflanzen Ausgabe 6/2002.

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