14 August 2009

Saarland: Ausbau der Biodieselkapazitäten

Umesterungsanlage für Biodiesel aus Altfetten eröffnet

Im Saarland wird technologisches Neuland beschritten: In Gersheim hat am 13. August auf dem Gelände der Firma Saarpfalz-Bioenergie GmbH eine Anlage ihre Arbeit aufgenommen, die aus Altfetten Biodiesel herstellt. Es handelt sich um die erste Anlage dieser Art im Saarland. Zu der offiziellen Inbetriebnahme kamen hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Darunter auch eine Delegation der ägyptischen Regierung.

“Das Projekt ist ein echter Gewinn für den Umwelt- und Klimaschutz. Es ist gleich in doppelter Hinsicht interessant. Im Sinne einer nachhaltigen Rohstoffnutzung werden Altfette aus der Region energetisch optimal verwertet. Über dies sollen erfreulicherweise bis Ende des Jahres etwa 20 neue Arbeitsplätze in Gersheim entstehen”, so der Umweltminister Stefan Mörsdorf.

Die Möglichkeiten Altfett energetisch zu nutzen sind nicht neu. Die verfahrenstechnische Herausforderung besteht aber darin, bei unterschiedlichen Ausgangsfetten einen biologischen Brennstoff mit gleichbleibend hoher Qualität zu erzeugen. Die Gründer des neuen Unternehmens “Saarpfalz-Bioenergie” haben dies bereits mehrfach im Labormaßstab erreicht. Nun haben sie den Schritt in die technische Serienproduktion gewagt und in Gersheim die erste FAME-Produktionsanlage im Saarland in Betrieb genommen (FAME – Fatty-Acid-Methyl-Ester).

Den verfahrenstechnischen Ablauf im Bioreaktor haben sich der Chemiker Uwe Pollierer und der erfahrene Wirtschaftsmanager und Ingenieur Josef Nagel patentieren lassen.

Insgesamt wird die Pilotanlage der Saarpfalz-Bioenergie etwa 2,3 Millionen Euro kosten. Im Endausbau der Anlage können jährlich circa 16 Millionen Liter Biobrennstoff aus etwa 18.000 Tonnen Altfett hergestellt werden. Das dazu erforderliche Fett soll ausschließlich aus dem regionalen Umfeld unter Einbeziehung der Gastronomie, Kläranlagen und privater Haushalte beschafft werden. Hierzu wird ein spezielles Sammel- und Logistiksystem aufgebaut.

Der gewonnene Brennstoff kann sowohl als Biodiesel als auch als Bioheizöl verwendet werden. “Inzwischen haben wir für fast alle namhaften Landmaschinen- und Lastwagenmotoren eine Freigabe erhalten”, sagt Josef Nagel stolz. Ein Langzeitfeldversuch mit dem Fuhrpark einer ortsansässigen Spedition läuft bereits. Der Vorteil dieses Kraftstoffes besteht nicht nur in der CO[t62 – neutralen Verbrennung, sondern auch darin, dass die enormen Kraftstoffkosten von Speditionsunternehmen reduziert werden können.

“Ich freue mich sehr darüber, dass wir diese Pilotanlage als zukunftsträchtiges Projekt im Rahmen des Zukunftsenergieprogramms ZEP-Tech mit 100.000 Euro fördern und so zur Realisierung beitragen konnten”, erklärt Minister Stefan Mörsdorf.

Zukunftspläne sind auch schon vorhanden. Zunächst soll zur Deckung des eigenen Strom- und Wärmebedarfs mit dem Abfallprodukt Glycerin und mit Fettmethylester ein Blockheizkraftwerk installiert werden. Der für das Blockheizkraftwerk erforderliche Motor wird derzeit noch von einem Hersteller entwickelt und getestet. Bei erfolgreichem Betrieb der Pilotanlage in Gersheim sollen in anderen Regionen des Saarlandes drei bis vier weitere baugleiche Produktionsanlagen entstehen.

Source: Saarpresseportal, Pressemitteilung der Landesregierung des Saarlandes, 2009-08-13.

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