29 Februar 2016

Rückenwind für den europäischen Hanfanbau durch wachsende Nachfrage nach Hanfprodukten

Hanfanbauflächen werden sich von 8.000 ha im Jahr 2011 auf knapp 25,000 ha im Jahr 2016 ausdehnen

Wachsende Nachfrage nach Naturfasern im Automobilbau, nach Hanfsamen und CBD im Lebensmittelbereich – erste ISCC-PLUS Nachhaltigkeits-Zertifizierung für Hanf – neuer Vorstand der European Industrial Hemp Association (EIHA) – nächste EIHA-Konferenz im Juni 2016

Die Hanfanbauflächen in Europa werden sich von 8.000 ha im Jahr 2011 auf knapp 25,000 ha im Jahr 2016 ausdehnen, was einer Verdreifachung in weniger als fünf Jahren entspricht. Ursache ist die steigende Nachfrage nach verschiedenen Rohstoffen, die diese außergewöhnliche Mehrzweck-Pflanze liefert.

Hanffasern werden vor allem in der Automobilindustrie als Dämmstoff und in der Spezialpapierindustrie eingesetzt. Insbesondere haben sie sich in Naturfaser-Verbundwerkstoffen (NFC) etabliert und werden in zahlreichen Fahrzeugen als Verstärkung von automobilen Innenraumteilen genutzt. Da Naturfaser-Verbundwerkstoffe großes Potenzial im Leichtbau haben, steigt die Nachfrage kontinuierlich an. Während exotische Naturfasern aus Asien wegen der Flächenkonkurrenz zur Lebensmittelproduktion und zeitweiligen Exportverboten nur begrenzt verfügbar sind, können europäische Hanffasern auch steigende Nachfrage befriedigen – sofern der gestiegene Bedarf vor dem Aussaattermin im März bekannt ist.

Hanfsamen gewinnen als Öko-Lebensmittel, als „functional food“ oder als Nahrungsergänzungsmittel an Beliebtheit. Im Jahr 2015 konnten Hanflebensmittel in Europa die Massenmärkte erreichen und werden nun auch von etablierten Unternehmen produziert. Landwirte in immer mehr europäischen Ländern entdecken Hanf als alternative Kultur: sie produzieren Hanfsamen, Proteinpulver und Öl mit hohem ernährungsphysiologischem Wert. Hanfsamen sind ein Ernährungs-Kraftpaket und sehr gut verdaulich. Hanföl hat ein exzellentes und einmaliges Fettsäurespektrum. Es zeigt das für Menschen nahezu perfekte Verhältnis von essentiellen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie zwei höhere Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, Stearidonsäure (SDA) und Gamma-Linolensäure (GLA). Der Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren liegt bei unglaublichen 90 %. Hanfprotein enthält sämtliche 21 Aminosäuren, Mineralien, Vitamin E und einen hohen Anteil an Ballaststoffen.

Aber das ist noch nicht alles: Die Hanfpflanze produziert Cannabidiol (CBD), eine Nahrungsergänzungsmittel mit therapeutischem Potential, welches keinerlei psychoaktive Wirkungen zeigt. Weltweit investieren etliche Unternehmen in Hanf als Arzneipflanze, diese neue Naturmedizin könnte zumindest einen Stellenwert wie etwa Baldrian erlangen.

Das EIHA-Mitglied und Berliner Unternehmen “Hanf Farm GmbH” ist der erste Hanfproduzent weltweit, der die Zertifizierung “International Sustainability and Carbon Certification (ISCC PLUS)” für seine Rohstoffe Hanfblüten und Hanfnüsse erhalten hat. Weitere Nachhaltigkeits-Zertifizierungen für Hanfprodukte werden dieses Jahr folgen, vor allem auch für Fasern.

Die „European Industrial Hemp Association (www.eiha.org)” ist der Verband der europäischen Hanfindustrie. Er repräsentiert Landwirte, Verarbeiter, Produzenten und Handel ebenso wie Wissenschaftler. Im Januar 2015 wurde der neue Präsident von EIHA per Online-Wahl bestimmt. John Hobson, GW Pharmaceuticals (UK), wurde als Präsident wiedergewählt, Mark Reinders, HempFlax (NL/RO), zum ersten Mal zum Vizepräsident gewählt und Bernd Frank, PlanetChanvre/Bave (FR/DE), als Schatzmeister wiedergewählt.

Die weltweit größte Konferenz zum Thema Nutzhanf wird in Wesseling bei Köln am 1. und 2. Juni 2016 stattfinden: „13th International Conference of the European Industrial Hemp Association”. Wie im letzten Jahr werden mehr als 250 Teilnehmer aus 40 Ländern sowie 30 Aussteller erwartet: www.eiha-conference.org/programme

Source: European Industrial Hemp Association, Pressemitteilung, 2016-02-26.

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