2 September 2014

Ressource Bioabfall optimal nutzen

Umweltbundesamt entwickelt Bioabfallstrategie

Wien, 19. August 2014 – Biologische Abfälle, Klärschlamm und Tiermehl enthalten wichtige Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor, die derzeit nur teilweise recycliert und damit weiter genutzt werden können. Wie diese Ressourcen bestmöglich in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden können, zeigt die Bioabfallstrategie, die vom Umweltbundesamt im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft erarbeitet wurde. Positiver Nebeneffekt bei Umsetzung der konkreten Empfehlungen: auch Treibhausgas-Emissionen werden eingespart.

Biologische Abfälle

Zu den biologischen Abfällen zählen Biotonnematerial, Grünabfälle, Küchen- und Kantinenabfälle. 75% dieser getrennt gesammelten Abfälle werden in Österreich kompostiert, 25% in Biogasanlagen behandelt. Hier orten die ExpertInnen Handlungsbedarf: Von den Bioabfällen, die kompostiert werden, ist ein relevanter Teil gut für die Vergärung in Biogasanlagen, also die Behandlung unter Ausschluss von Sauerstoff, geeignet. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher, geeignete Abfälle bevorzugt zu vergären, um ihren Energieinhalt besser zu nutzen.

Kommunaler Klärschlamm

Im Jahr 2010 wurden 17% des anfallenden kommunalen Klärschlamms in der Landwirtschaft eingesetzt. 43% des Klärschlamms wurden verbrannt, wobei der darin enthaltene Phosphor derzeit uwiederbringlich verloren geht. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt das Umweltbundesamt, dass Klärschlamm künftig nur in Monoverbrennungsanlagen thermisch verwertet werden und die anfallenden Aschen getrennt von anderen Abfällen abgelagert werden. Dies ermöglicht eine spätere Rückgewinnung des Phosphors. Zusätzlich soll die direkte Aufbringung von Klärschlamm in der Landwirtschaft bei Einhaltung definierter Qualitätskriterien weiterhin möglich sein.

Tiermehl

Tiermehl wurde im Jahr 2012 zu 23% thermisch behandelt (in Zementwerken, in Kraft-werken, in Wirbelschicht- und Drehrohröfen), 17 % wurden als Düngemittel eingesetzt, 1% als Tierfutter und 58% wurden exportiert. Um die Nährstoffe aus Tiermehl bestmöglich nutzen zu können, empfiehlt das Umweltbundesamtes auch hier eine Verwertung in Monoverbrennungsanlagen. Dadurch kann die phosphorhaltige Asche unvermischt und getrennt von anderen Abfällen rückholbar abgelagert werden.

Source: Umweltbundesamt, Pressemitteilung, 2014-08-19.

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