3 Februar 2005

Renate Künast: Mit Raps und Rüben weg vom Erdöl

Vom Biodiesel bis zum Biokunststoff: Landwirtschaftsministerin setzt sich für Anbau und Nutzung nachwachsender Rohstoffe ein

Die Grünen wollen mehr Unabhängigkeit vom Erdöl erreichen und daher die Nutzung nachwachsender Rohstoffe fördern. Schon jetzt werden auf fast jedem zehnten Hektar landwirtschaftlicher Fläche Pflanzen wie Raps, Sonnenblumen oder Zuckerrüben angebaut. “Wir wollen die Anbaufläche verdoppeln und Deutschlands führende Position in diesem Technologiebereich ausbauen”, sagt Bundesagrarministerin Renate Künast (Grüne). Experten aus Industrie, Wissenschaft und Politik kommen morgen in Potsdam zusammen, um zwei Tage lang über neue Anwendungen für nachwachsende Rohstoffe zu beraten.

DIE WELT: Bei nachwachsenden Rohstoffen denken viele Verbraucher immer noch an Hanfbeutel, Kokosmatten und grüne Öko-Träumerei. Welche realistischen Zukunftsperspektiven sehen Sie?

Künast: Die Grünen haben auf ihrer Fraktionsklausur in Wörlitz mit der Formel “4 mal 25 Prozent” sehr anspruchsvolle Forderungen formuliert. Bis 2020 sollen jeweils ein Viertel des Stroms, der Wärme, der Kraftstoffe sowie bestimmter Basisprodukte für die chemische Industrie aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt werden. Das hört sich unmöglich an, ist aber ein realistisches Ziel. Nach dem Jahrhundert des Erdöls hat das Jahrhundert der nachwachsenden Rohstoffe begonnen.

DIE WELT: Wie werden nachwachsende Rohstoffe bereits genutzt?

Künast: Als Biogas zum Beispiel. Derzeit gibt es 2.100 Anlagen in Deutschland, Ende des Jahres werden es 4000 sein. Die Nachfrage ist so groß, daß es bereits Lieferengpässe gibt. Technologien zur Energiegewinnung aus Gülle und anderen landwirtschaftlichen Reststoffen sind ein potenzieller Exportbereich. Die Kosmetikindustrie ersetzt ihre Rohstoffe auf Erdölbasis zunehmend durch pflanzliche Öle und Fette. Die Naturkosmetik hat zweistellige Wachstumsraten. Die Branche boomt also.

DIE WELT: Was unternimmt die Autoindustrie?
Künast:

Anm. der Redaktion: Aus rechtlichen Gründen sind wir leider nicht befugt, das komplette Interview hier zu präsentieren. Lesen Sie darum bitte hier weiter!

Source: Die Welt-Interview vom 2005-02-01.

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