1 Juli 2002

Regierungsfraktionen fordern Biotreibstoff für den Flugverkehr

Antrag zum 3. Luftfahrtforschungsprogramm wurde in die parlamentarische Beratung eingebracht.

Die entscheidende Herausforderung für die kommenden Jahre und Jahrzehnte in der Luftfahrtindustrie ist es, die Abhängigkeit der Luftfahrt vom Treibstoff Erdöl zu verringern. “Bisher wird die Abhängigkeit des Flugverkehrs vom Erdöl noch ignoriert”, äußerte sich Hans-Josef Fell als forschungspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, denn trotz der Emissionssenkung einzelner Flugzeuge steigt der Gesamtausstoß durch die Zunahme des internationalen Luftverkehrs. Eine wichtige Perspektive sei auch eine verstärkte Forschung und Entwicklung für Wasserstoffflugzeuge, Solarflugzeuge und Biotreibstoffflieger.

Die größten Chancen sieht Fell in der Entwicklung eines kerosinähnlichen Treibstoffs auf Basis von Biomasse, ähnlich der bereits weit fortgeschrittenen Projekte unter Beteiligung deutscher Autofirmen (vgl. Meldung vom 2002-04-26), wobei die bestehende Infrastruktur bei Verwendung biogener Flüssigtreibstoffe genutzt werden könne.

Der Biotreibstoff für den Flugverkehr scheint in der Industrie und Wissenschaft indes kein Thema zu sein: “Wir forschen nicht in dieser Richtung”, so Hans-Leo Richter, Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Hubert Fugger vom Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie sieht gar nur “mittelfristige Szenarien” im Bau sparsamerer Flugzeuge.

Dies soll sich nun mit einem gemeinsamen Antrag der Bundestagsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD zum 3. Luftfahrtforschungsprogramm ändern: Mittel in Höhe von 50 Mio. EUR sollen jährlich bereitgestellt werden, davon ein Teil zur Erforschung nicht-fossiler Treibstoffe.

Hans-Josef Fell (MdB)
Forschungspolitischer Sprecher
Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Platz der Republik 1
11011 Berlin

Tel.: 030/227-72158
Fax: 030/227-76369
E-Mail:[email protected]
http://www.hans-josef-fell.de

Source: Pressemitteilung Büro Hans-Josef Fell (MdB) vom 2002-05-07, UMWELT-kommunale ökologische Briefe, Nr. 13 vom 2002-06-26.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email