2 März 2010

“REDcert GmbH” gegründet – Verbände entwickeln Zertifizierungssystem

System soll Übereinstimmung mit Biomasse-Nachhaltigkeitsverordnungen sicherstellen

Führende Verbände und Organisationen der deutschen Agrar- und Biokraftstoffwirtschaft, darunter auch der Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. (BVA), haben am 26.02.2010 das Zertifizierungssystem REDcert GmbH gegründet. Das System wird die Einhaltung der nachhaltigen Erzeugung von Biomasse gemäß der EU-Richtlinie für Erneuerbare Energien sicherstellen, die in Deutschland durch die Biomasse-Nachhaltigkeitsverordnungen umgesetzt wird. REDcert umfasst alle Stufen, beginnend mit der Rohstoffproduktion und -erfassung über die Verarbeitung in den Ölmühlen sowie die Herstellung von Biokraft- und -brennstoffen. Der Firmenname REDcert leitet sich von der englischen Bezeichnung der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (Renewable-Energy-Directive = RED) ab.

Nach Gründung der Trägergesellschaft wird als nächster Schritt ein Antrag auf Anerkennung von REDcert bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gestellt. Der offizielle Systemstart ist für das ausgehende Frühjahr geplant. Die Tätigkeitsschwerpunkte des neuen Zertifizierungssystems liegen zunächst in Deutschland und Europa. REDcert ist aber ein weltweit offenes System, das von anderen Systemen nach den Vorgaben der Biomasse-Nachhaltigkeitsverordnungen zertifizierte Biomasse ohne weitere Auflagen anerkennt. Aufbau und Geschäftsbetrieb von REDcert erfolgen in enger Zusammenarbeit mit der ORGAINVENT Entwicklungs- und Koordinationsgesellschaft mbH in Bonn.

Hintergrund für die Gründung von REDcert ist die in Deutschland bereits ab 1. Juli 2010 geltende Verpflichtung, durch ein Zertifizierungssystem über die gesamte Produktionskette – vom Acker bis zum Tank – eine nachhaltige Erzeugung von Biomasse sicherzustellen, die unter Nutzung staatlicher Förderung energetisch verwendet wird. REDcert ist damit als eine notwendige Reaktion der Wirtschaft zu werten, diesem Zeitdruck zu begegnen und zugleich der deutschen und europäischen Agrar- und Biokraftstoffbranche ein Zertifizierungssystem anzubieten.

Zwischenzeitlich hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vier Zertifizierungsstellen für den Nachweis der Nachhaltigkeit von Biomasse vorläufig anerkannt. Die Anerkennungen sind befristet auf ein Jahr, ermöglichen den Zertifizierungsstellen aber, sofort die Arbeit zu beginnen. Die vier Zertifizierungsstellen arbeiten auf Grundlage des Zertifizierungssystems “International Sustainability and Carbon Certification” (ISCC), das die BLE bereits im Januar vorläufig anerkannt hat. Die nach dem Umweltauditgesetz im Bereich Landwirtschaft zugelassenen Umweltgutachter dürfen seit vergangenem Jahr ebenfalls den Nachweis der Nachhaltigkeit von Bioenergie bei den Wirtschaftsbeteiligten führen.

Die BLE stellt weiterhin in Aussicht, dass die bereits fertig gestellte Web-Anwendung zur Prüfung von Nachhaltigkeitsnachweisen und zur Ausstellung von Nachhaltigkeits-Teilnachweisen den Benutzern Anfang März im Internet zur Verfügung gestellt wird. Nachhaltigkeitsnachweise und Teilnachweise sind am Ende der Wertschöpfungskette erforderlich, wenn für Biokraftstoffe Anträge auf Steuerentlastung oder Anrechnung auf die Biokraftstoffquote gestellt werden sollen. Das Gleiche gilt für die Vergütung von Biostrom nach dem EEG.

Source: Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), Pressemitteilung, 2010-03-01.

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