12 Juni 2020

Rechts- und Planungssicherheit für die Hanfindustrie: 3,5 Millionen Euro für Studien im Auftrag der EIHA

Die European Industrial Hemp Association (EIHA) startet eine groß angelegte Initiative für mehr Rechts- und Planungssicherheit für die europäische Hanfindustrie

In den kommenden zwei bis drei Jahren sollen rund 3,5 Millionen Euro in Studien zu CBD und THC fließen. Ziel ist es, unternehmensübergreifende Zulassungsanträge für vier sogenannte neuartige Lebensmittel (Novel Foods) mit CBD-Inhaltsstoffen bei der EU einzureichen.

Die EIHA-Initiative “Novel Food Consortium” soll den CBD-Markt in Europa für Produzent*innen und Verbraucher*innen endlich sicher regeln. Hintergrund sind die Querelen um die EU-Verordnung über neuartige Lebensmittel. Danach gelten Lebensmittel, die vor dem 15. Mai 1997 in der EU “nicht in nennenswertem Umfang für den menschlichen Verzehr verwendet wurden”, als Novel Food. Diese Produkte müssen in einem teuren und aufwendigen Prozess eine Zulassung erlangen, ansonsten ist der Verkauf in der EU verboten.

Im Januar 2019 wurde der Novel-Food-Katalog, nach Meinung der EIHA fälschlicherweise, dahin gehend geändert, dass Hanfblüten, Hanfblätter und Hanfextrakte des Industriehanfs und damit auch die darin enthaltenen Cannabinoide – kurz CBD – neuartige Lebensmittel sind. Und das, obwohl vielfältige Beweise vorliegen, dass die Menschen bereits seit Jahrhunderten CBD mit Hanflebensmitteln konsumieren.

Die EIHA bleibt weiterhin bei ihrer Auffassung: Hanfblätter und Hanfblüten sowie Hanfextrakte aus Industriehanf mit natürlichem Gehalt an Cannabinoiden sind traditionelle Lebensmittel und fallen nicht unter die Novel-Food-Verordnung.

Aufgrund der oben beschriebenen Situation kann eine Rechts- und Planungssicherheit für die europäische Hanfindustrie und für den Handel mit CBD-relevanten Produkten nur durch eine Zulassung als Novel Food erreicht werden. Die EIHA will für ihre Mitglieder, die CBD-relevante Rohstoffe anbauen sowie CBD-Produkte verarbeiten und damit handeln, einen fairen Marktzugang sichern. Daher braucht es einen konstanten, verlässlichen und EU-weit geregelten Status für den europäischen Binnenmarkt.

“Da die europäische Kommission keine einheitliche Regelung ohne die Zustimmung der Mitgliedstaaten erreichen kann und einige nationale Behörden sich über frühere Entscheidungen in Brüssel sowie über logische und historische Tatsachen hinwegsetzen, nehmen wir die Rechts- und Planungssicherheit für unsere Branche selber in die Hand”, erklärt EIHA-Präsident Daniel Kruse.

Aufgrund der Kosten von bis zu 500.000 Euro pro Zulassungsverfahren für neuartige Lebensmittel wird das Novel Food Consortium der EIHA quasi als Vertreter der europäischen Hanfindustrie aktiv. Das Konsortium plant diverse Anträge auf Zulassung neuartiger Lebensmittelzutaten und Lebensmittel, von denen dann alle Mitglieder der EIHA gleichermaßen profitieren.

“Nur wenn wir die exorbitanten Kosten für die notwendigen toxikologischen Studien und das lange Verfahren gemeinsam stemmen, haben wir eine Chance”, so EIHA-Präsident Daniel Kruse weiter. “Für ein einzelnes Hanfunternehmen ist das nicht zu bezahlen.”

Die Details zum Novel Food Consortium gibt die EIHA am kommenden Montag im Rahmen ihrer Vollversammlung bekannt.

Source: European Industrial Hemp Association, Pressemitteilung, 2020-06-12.

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