3 Januar 2001

Rapsöltankstelle in Prenzlau

Ein neues Marktsegment will die Hanffaserfabrik Uckermark in Prenzlau (vgl. Meldungen vom 04.11.99 und 26.04.99) zu Beginn dieses Jahres erproben, um ihr Unternehmen weiter zu stabilisieren.

“Das vergangene Jahr verlief nach anfänglichen Schwierigkeiten für uns doch recht erfolgreich”, so Geschäftsführer Rainer Nowotny. Die zehn Mitarbeiter der Prenzlauer Fabrik verbuchten 1.500 Tonnen verarbeitetes Hanfstroh auf ihrer Haben-Seite, auch wenn damit die Kapazität im mehrschichtigen Betrieb von 10.000 Tonnen noch längst nicht ausgereizt ist. “Doch wir haben uns auf dem Dämmstoffmarkt gut etablieren können und sind für die Zukunft optimistisch”, schätzte der Firmenchef ein, dessen Unternehmensphilosophie, direkt auf kleinere und mittlere Handwerksbetriebe zuzugehen und Spezialdämmstoffe anzubieten, sich bezahlt gemacht hat.

Wichtigster Abnehmer der Prenzlauer Hanffasern sei weiterhin die Hanffabrik in Zehdenick (vgl. Meldungen vom 07.-15.02.00 und 22.11.99). “Mit diesem Unternehmen sind wir einen Verbund eingegangen. Gemeinsam vermarkten wir unsere Produkte, die Filze aus Zehdenick, die Stopfwolle aus Prenzlau. Wir treten nach außen hin gemeinsam auf, mit gleichen Preisen und Erzeugnissen, ergänzen uns gegenseitig in unserem Sortiment”, erläutert Nowotny.

An die gute Zusammenarbeit mit den Landwirten der Region denkt er auch hinsichtlich seiner Rapsölproduktion. “Unsere Ölpresse könnte interessant für jene Landwirtschaftsbetriebe sein, die hier ihren eigenen Stilllegungsraps verpressen könnten.” Im Anlaufjahr denkt der Hanffaser-Fabrikant an eine Produktion von 200.000 Litern Rapsöl. Genug, um etwa 10 Schlepper eine Saison über laufen zu lassen. Das Rapsöl dürfte die Nutzer dann je Liter etwa 50 Pfennige billiger kommmen als an Tankstellen.

Rainer Nowotny hat sein Firmenfahrzeug bereits dafür umrüsten lassen und zeigt sich zufrieden. “Das Auto zieht nicht schlechter, der Verbrauch ist nicht höher…”, verrät er seine ersten Erfahrungen.

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: Nordkurier vom 03.01.01.

Source: Nordkurier vom 03.01.01.

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