3 Februar 2005

Rapsöl – nicht nur für Pfirsicharoma

Künast präsentiert Forschungsergebnisse zu nachwachsenden Rohstoffen

Neue Technologien zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe stehen im Zentrum des Internationalen Symposiums in Potsdam, das Bundesministerin Renate Künast am 2. Februar 2005 eröffnete. Das besondere Interesse der Zuhörer galt nicht nur den aktuellen Entwicklungen bei Schmierstoffen, Biokunststoffen oder Faserverbunden. Vor allem neue Verarbeitungswege und Perspektiven für die Zukunft wurden diskutiert.

“Wir stehen an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter” betonte Künast in ihrer Begrüßungsansprache, “denn wir haben Technologien gefunden, nachwachsende Rohstoffe effektiv zu nutzen.” Für die chemische Industrie spielt vor allem die Biokonversion eine wichtige Rolle. Dabei veredeln Mikroorganismen oder Enzyme Rohstoffe aus der heimischen Landwirtschaft zu hochwertigen chemischen Substanzen. Neue organische Zwischenprodukte, Fein- und Spezialchemikalien oder Biopolymere gibt es mittlerweile in großer Vielfalt. Lactonen, biogenen Duft- und Aromastoffen sind die Wissenschaftler jetzt auf der Spur. Sie könnten auf biotechnologischem Weg nämlich nicht nur aus Erdöl oder Rizinusöl, sondern auch aus Raps- oder Sonnenblumenöl gewonnen werden.

Während nachwachsende Rohstoffe in der Kosmetikindustrie heute noch eine untergeordnete Rolle spielen, kommen andere Branchen ohne sie längst nicht mehr aus. Auch das wird beim “International Symposium on Renewable Resources for the Chemical Industry” deutlich. Biohochleistungsschmierstoffe beispielsweise oder Bioverbunde für Kraftfahrzeuge sind längst Stand der Technik und haben sich ihren eigenen Markt erobert. Die intensive Förderung durch die dem BMVEL beigeordnete Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) hat dazu erheblich beigetragen.

Mit über einer Million Hektar haben auch die Anbauflächen für Energie- und Rohstoffpflanzen in Deutschland eine neue Dimension erreicht. Während immer mehr Landwirte von der Produktion nachwachsender Rohstoffe profitieren, sind deutsche Unternehmer führend, was die Technologien ihrer Nutzung betrifft.

Welche Rohstoffe und Zwischenprodukte in Zukunft am meisten punkten können, wird sich auf dem Kongress zeigen. Dort werden nicht nur die ersten Erkenntnisse der Marktanalyse nachwachsender Rohstoffe vorgestellt. Auch die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen ihrer verstärkten Nutzung stehen dann zur Diskussion.

Source: Pressemitteilung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. vom 2005-02-02.

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