18 Juli 2003

Rapsasphalt nun auch in Oberfranken

Eigenschaften überzeugen

Von Lindau nach Trebgast führt Oberfrankens erste Landstraße, die mit so genanntem Rapsasphalt belegt ist. Für den Landkreis Kulmbach ist dies ein Pilotprojekt, das vor allem dem ökologischen Aspekt Rechnung tragen soll. Denn das herkömmliche Bitumen aus fossilen Ausgangsstoffen wird in dem neuen Straßenbelag durch sechs Prozent Rapsöl ersetzt. Das Bitumen-Gemenge wird zuerst auf die Fahrbahn gespritzt und anschließend der Split aufgetragen.

Nach Berechnungen des bayerischen Landesamtes für Landtechnik enthält somit ein Quadratmeter Straßenoberfläche quasi den Ernteertrag eines Quadratmeters Rapsanbaufläche. Außerdem sollen durch das Raps-Wachstum pro Hektar 9.000 Kilogramm CO2 gebunden werden.

Die Tiefbaufirma Geuder aus Neusitz, die den Straßenbau vornahm, ist von den Vorzügen des biologischen Straßenbelags überzeugt. So soll er beim Einbau rascher abbinden, habe eine frühere Verkehrsfestigkeit und eine kürzere Einfahrzeit als herkömmlicher Belag. Hervorzuheben seien auch die höhere Verkehrsfestigkeit besonders in Kurven und bei Steigungen sowie die geringere Neigung zum ,,Schwitzen”. Die Kosten bezifferte Tiefbau-Sachgebietsleiter Dieter Geißler auf 1,30 bis 1,50 Euro pro Quadratmeter.

Erfreut über den Zuschlag des Landkreises zeigten sich Trebgasts Bürgermeister Siegfried Küspert und Dr. Bettina Schmidt von der C.A.R.M.E.N e.V. (bayerische Koordinierungsstelle für nachwachsende Rohstoffe), die mit der neuen Teststrecke die Hoffnung auf eine weitere Akzeptanz des umweltfreundlichen Asphalts verbinden sowie für die regionalen Landwirte nach dem Motto ,,Raps aus Bayern für Straßen in Bayern” einen neuen Absatzmarkt sehen.

(Vgl. Meldung vom 2002-09-19.)

Source: Frankenpost online vom 2003-07-17.

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