12 März 2002

Raps und Biodiesel auf Erfolgskurs

Anlässlich der Jahreshauptversammlung der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsraps (Inn/Salzach) wartete Vorsitzender Josef Zellner mit aussagekräftigen Zahlen auf. So seien im vergangenen Jahr von 205 Landwirten insgesamt 1.916 Tonnen Raps durch die Erzeugergemeinschaft vermittelt worden, 2002 rechnet man damit, dass diese Menge noch übertroffen wird – wobei ein Steigerungswert für deutsche Ernten bei Ausweitung der Anbauflächen um 13,2 Prozent auf insgesamt 4,5 Mio. Tonnen erwartet wird. Etwa 700.000 Tonnen Biodiesel sollen nach Zellners Aussage dieses Jahr aus deutschem Rapsöl verestert werden – 1999 waren es noch lediglich 150.000 Tonnen. (Vgl. auch Meldung vom 2002-02-13.)

Somit nimmt Deutschland in der Rapsproduktion der EU den ersten Platz ein, wohingegen weltweit China mit 11,7 Mio. Tonnen führt. Nachdem in Frankreich die Ernten in 2001 zurück fielen und asiatisches Palmöl durch verringerte Anbauflächen rar wurde, profitierten im vergangenen Jahr die deutschen Rapsbauern von steigenden Erlösen, zumal die Pflanzen hohe Ölgehalte aufwiesen (vgl. auch Meldungen vom 2002-03-05 und 2002-02-21).

MdB Josef Hollerith zufolge soll das bis September 2002 verlängerte, wissenschaftlich betreute “100-Schlepper-Programm” des Bundesverbraucherministeriums die Landwirte zunehmend zum Umstieg auf den Einsatz von Rapsdiesel motivieren. Hollerith sieht darin einen “unglaublichen Markt, wenn die Technologie ihre Tauglichkeit in der Praxis gezeigt hat.” Er betonte, dass etliche Landmaschinenhändler die Umrüstung eines neuen oder neuwertigen Schleppers ohne Preisaufschlag durchführten und die Umrüstungskosten sich somit pro Schlepper auf ca. 5.000 EUR beliefen, wobei eine Umrüstung mehrere 10.000 EUR einspare (vgl. auch Meldungen vom 2001-11-22, 2001-09-17 und 2001-05-22). Etwa 40 Schlepper nehmen bisher am Testprogramm teil. Der Abgeordnete erhofft allerdings weitere Erfolge bei der Verbreitung von Biodiesel durch Umdenken bei den Produzenten – “gegen den erbitterten Widerstand der Mineralöl-Lobby”.

Die Energiebilanz beim Rapsöl im Vergleich zum Dieselersatzstoff Rapsmethylester ist nach Aussage von Hollerith hinlänglich besser, bedürfe zur endgültigen Klärung allerdings noch einer abschließenden Studie (vgl. auch Meldung vom 2001-05-23).

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: Alt-Neuöttinger Anzeiger vom 2002-03-12.

Source: Alt-Neuöttinger Anzeiger vom 2002-03-12.

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