1 Februar 2007

Qualität fester Biobrennstoffe gewinnt weiter an Bedeutung

Unabhängige Zertifizierung von Energie-Hackschnitzeln sorgt für Vertrauen und verbesserte Planungssicherheit bei Anlagenbetreibern

Hackschnitzel erfreuen sich als Brennstoff wachsender Beliebtheit. Doch nicht alles, was als “Hackschnitzel” verkauft wird, verdient noch seinen Namen. Nicht selten erinnern die gelieferten Hackschnitzel eher an Kompost als an gut brennbare Biobrennstoffe. Ein neues Qualitätssiegel soll für Abhilfe sorgen.

2005 wurde in Niedersachsen ein Qualitätssiegel für Hackschnitzel entwickelt. Es ist das Ergebnis einer Kooperation der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), Fakultät Ressourcenmanagement und dem Land Niedersachsen. Weiterhin waren an der Entwicklung Hersteller und Händler von Hackschnitzeln beteiligt.

Das Qualitätssiegel für Hackschnitzel wurde entwickelt, um den wachsenden Anforderungen der energetischen Verwertung gerecht zu werden. Es richtet sich nach der neuen EU-Vor-Norm CEN/TC 335 (spez. CEN/TS 14961:2005) “Feste Biomasse – Brennstoffspezifikationen und –klassen”. Dies ist die erste Norm für Hackschnitzel auf europäischer Ebene. Bislang wurde auf ausländische Normen, wie die ÖNORM M 7133 zurückgegriffen, da eine eigene deutsche Norm nicht vorhanden war.

Nachdem Ende des Jahres 2005 die Zusammenarbeit der HAWK und des Landes Niedersachsen auslief, hat die ABCERT GmbH die Qualitätssicherung von Hackschnitzeln weiterentwickelt und bietet diese jetzt deutschlandweit an.

Im Rahmen der Zertifizierung können folgende Parameter überprüft werden:

  • Wassergehalt
  • Aschegehalt
  • Korngrößenverteilung
  • Schüttraumdichte
  • Heiz- bzw. Brennwert
  • Stickstoff- und Chlorgehalt.

Pflichtangaben nach der CEN/TC 335 bei jeder Überprüfung sind der Wasser- und Aschegehalt sowie die Korngrößenverteilung (Fein- sowie Grobkornanteil). Die anderen Parameter können als Zusatzparameter erhoben werden. Die Qualität der Hackschnitzel wird dabei durch die Einteilung in Klassen ausgedrückt.

Die normgerechte Probennahme zur Zertifizierung erfolgt entweder direkt von der Hackschnitzelmiete bzw. während des Hackvorganges, im Transportcontainer oder im Hackschnitzelbunker. Die gewünschten Parameter werden dann durch ein Labor der HAWK analysiert.

Das Zertifizierungsangebot richtet sich an Produzenten, die gute Hackschnitzel produzieren und diese Qualität ihren Kunden mitteilen möchten. Auch die Überprüfung der Hackschnitzelqualität im Rahmen von Streitfällen, zum Beispiel zwischen Lieferant und Kunde, ist ein wichtiger Aspekt. Dabei erfolgt die Probennahme unter Beisein beider Parteien.

Des Weiteren ist das Angebot interessant für Anlagenbetreiber, welche die ihnen angelieferte Qualität von einer unabhängigen Stelle überprüft haben möchten. Beispielsweise kann die Abrechnung mit den Lieferanten anhand des Heizwertes erfolgen, der in regelmäßigen Abständen ermittelt wird und als Grundlage für die Bezahlung herangezogen werden könnte.

Ein Motiv der Zertifizierung ist es, Hackschnitzelheizungen stärker in Ein- und Mehrfamilienhäusern zu etablieren. Voraussetzung dafür ist das Vertrauen der Kunden in das Produkt Hackschnitzel. Dies ist nur möglich, wenn Hackschnitzel in gleichbleibend hoher Qualität geliefert werden.

Kontakt
ABCERT GmbH
Bora Drutschmann, Dipl.-Ing. (FH) Forstwirtschaft, M.Sc.
Martinstraße 42-44
73728 Esslingen
Tel.: 0711/ 35 17 92 – 126
Fax: 0711/ 35 17 92 – 200
E-Mail: info@abcert.de

(Vgl. Meldungen vom 2007-01-04 und 2006-09-15.)

Source: ABCERT GmbH, 2007-01-26.

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