19 Oktober 2004

Projekt RegioÖl: Aachens Modellvorhaben zum Rapsöl in der Entwicklung

Vertriebsnetz soll mit Investitionszuschüssen für Ölpressen profitabel werden

Zusätzliche Einnahmen für die Rapsbauern, klimaschonende Ersparnis für Autofahrer – so die Aachener Vision vom Projekt Regio-Öl, das schon seit 1999 vom Land gefördert wird. Zum Jahresende 2004 soll sich der Wirtschaftskreislauf schließlich selbst tragen, doch viele Autofahrer sind noch zu überzeugen, ihre Dieselmaschinen umzurüsten, viele Ölpressen vor Ort werden noch gebraucht, um dem wachsenden Bedarf an Tankstationen gerecht zu werden.

“Naturbelassenes Pflanzenöl ist wesentlich umweltfreundlicher als chemisch verändertes Biodiesel”, so Levon Sergis-Christian, der technische Leiter von Regio-Öl, nach dessen Berechnungen jeder beteiligte Landwirt der Region mit Rapsanbau und -verkauf 150 EUR mehr für jeden Hektar verdienen kann als vormals mit Weizen, Gerste oder Kartoffeln. Rund 300 Rapsanbauern zwischen Aachen, Düren und Mönchengladbach bauen derzeit die Ölfrucht an, ebenso viele Pkw und Kleinwagen im Großraum werden mittlerweile vom Rapsöl bewegt, aber: “Wir müssen den angestrebten Kreislauf noch stärker in Gang setzen, indem wir eine bessere Tankstellenstruktur in der Region schaffen”, erkennt Umwelt-Staatssektretär Thomas Griese den noch herrschenden Missstand.

Das nordrhein-westfälische Umweltministerium will hier in die Bresche springen und die Landwirte im Aachener Raum mit Investitionszuschüssen dazu ermutigen, sich eigene Ölpressen zuzulegen. Denn jeder Rapsöltank auf einem Hof ist eine weitere Tankstelle, von denen es bislang nur 21 gibt – meist bei Privatleuten oder in kleineren Autowerkstätten.

(Vgl. Meldung vom 2003-01-15.)

Source: taz vom 2004-10-12.

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