13 März 2003

Privatwaldbesitzer: Informationsbedarf zur nachhaltigen Nutzung

Forstdirektor Reinhard Strobl propagiert „Zukunftsmodell Waldpflegeverträge“

Reinhard Strobl, Beamter der Oberforstdirektion Regensburg musste jüngst die Erfahrung machen, dass kaum jemand weiß, dass über die Hälfte der Wälder Bayerns Privatbesitz sind.
“Dabei steigt die Zahl der Waldbesitzer”, legte der Forstdirektor die Konsequenzen solcher Denkweise mit einem Referat bei der Forstbetriebsgemeinschaft Eschenbach dar. “Täglich gibt es zwölf neue Waldbesitzer ohne einen Bezug zur Land- und Forstwirtschaft.”

“Perspektiven des Privatwaldes” – so lautete das Thema seines Vortrags im Speinsharter Gemeindezentrum, dessen Kernanliegen, ganz besonders nach der Umweltkonferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro 1992, die “nachhaltige Bewirtschaftung standortgerechter Wälder” hervorhob.

So sei auch Bayern das einzige Bundesland, das Zusammenschlüsse von Waldbesitzervereinigungen zu flächenübergreifenden Unternehmen von staatlicher Seite unterstützt: “Der Prozess der Umstrukturierung vom Verein zum Unternehmen wird von den Forstdirektionen gefördert”, weist Strobl auf die 115 bayerischen Revierleitungen sowie die 22 Mio. EUR Landesmittel für 2003/04 hin.

Insgesamt gelte, dass Holz als nachwachsende Ressource anzusehen und eine entsprechende Bewirtschaftung als essenzielle Voraussetzung für den Umweltschutz zu verstehen sei. “Die Nachfrage ist vorhanden, auch wenn die Preise nicht immer befriedigend sind,” verwies der Forstbeamte auf Deutschlands Führungsposition innerhalb Europas im Papier- und Schnittholzressort. Trotz Strukturwandels in der Landwirtschaft könne diese Position durchaus gehalten werden.

Strobls Zukunftsmodell seien künftige Waldpflegeverträge, bei denen Privatwaldbesitzer als Unternehmer auftreten sollten – betriebs- und forstwirtschaftliche Kenntnisse sowie eine angemessene Öffentlichkeitsarbeit voraus gesetzt. Nach dem auf der Umweltkonferenz formulierten Unternehmenskonzept der Nachhaltigkeit wäre dies seiner Ansicht nach problemlos umsetzbar.

(Vgl. Meldungen vom 2003-02-14, 2002-12-17 und 2002-02-28.)

Source: www.oberpfalznetz.de vom 2003-03-11.

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