25 Juli 2008

Positionspapier “Einsatz nachwachsender Rohstoffe in der chemischen Industrie”

Leitparameter: Treibhausgas-Einsparung und Energieeffizienz auf Basis des Produkt-Lebenswegs

Mit einem Positionspapier zum Einsatz nachwachsender Rohstoffe in der chemischen Industrie positioniert sich die Branche in der Diskussion um die Biomassenutzung. Mi dem acht Thesen umfassenden Papier will der Gemeinschaftsarbeitskreis “Bewertung der Nutzung nachwachsender Rohstoffe – ein Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Chemie” der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V., der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V. (DGMK), der Gesellschaft Deutscher Chemiker e. V. (GDCh) und dem Verband der chemischen Industrie (VCI) eine ergebnisoffene Diskussion anstoßen.

Die Thesen im Überblick:

1) Nachwachsende Rohstoffe sind eine Rohstoffquelle, die auch von der chemischen Industrie unter Nutzung der
Syntheseleistung der Natur eingesetzt wird, und das bereits seit langem.
2) Biogenes Material ist im Prinzip unerschöpflich, aber dennoch begrenzt – aufgrund der Begrenztheit an Flächen für deren Anbau.
3) Auf Grund der Begrenztheit der Fläche und in der Konkurrenzsituation zu Naturschutz, Nahrungsmittel-, Futtermittel-, Kraftstoff- und Brennstoffproduktion sowie anderen Nutzungszwecken gilt es, die nachwachsenden
Rohstoffe für die stoffliche Nutzung in der chemischen Industrie als auch in der energetischen Nutzung so
effizient und nachhaltig wie möglich einzusetzen.
4) Zur Optimierung der Nutzung nachwachsender Rohstoffe in der chemischen Industrie sind die Einsparung von Treibhausgasen und eine energieeffiziente Nutzung als Leitparameter ausschlaggebend. Wie auch bei petrochemisch basierten Rohstoffen müssen Verfahren auf der Basis nachwachsender Rohstoffe hinsichtlich Ökologie und Ökonomie tragfähig sein.
5) Zur Beurteilung dieser Leitparameter ist der gesamte Lebensweg eines biogen basierten Produktes heranzuziehen.
6) Wie auch mit fossilen Rohstoffen sind auch mit nachwachsenden Rohstoffen eine Kaskadennutzung und das Schließen von Stoffkreisläufen möglich. Letzteres sollte wissenschaftlich und technisch vorangetrieben werden.
7) Im Vergleich zu petrochemischen Rohstoffen ist den Aspekten Naturschutz und Schutz der Artenvielfalt durch
mögliche direkte und indirekte Flächenumwandlungen bei der Nutzung nachwachsender Rohstoffe zusätzliches Augenmerk zu schenken.
8) Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe greift auf Grund ihrer Produktion in der Land- und Forstwirtschaft
auf besondere Art in die Lebens- und Arbeitsräume der ländlichen Bevölkerung ein. Die Auswirkungen beim Anbau nachwachsender Rohstoffe für die chemische Industrie auf die ländliche Bevölkerung – insbesondere in Entwicklungsländern – sind im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu ermitteln und bewusst zu gestalten.

Weitere Informationen
DECHEMA / DGMK / GDCh / VCI-Gemeinschafts-Arbeitskreis “Bewertung der Nutzung nachwachsender Rohstoffe – ein Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Chemie”: Positionspapier Einsatz nachwachsender Rohstoffe in der chemischen Industrie. 2008-07 (PDF-Dokument, 28 Seiten)

Source: DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V., 2008-07.

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