5 Juli 2011

Plantic Technologies: Aufwind durch neues Produkt?

Süßwarenindustrie zurückhaltend beim Einsatz von Maisstärke-Verpackungen

Neue Technologien haben es nicht immer leicht, sich am Markt durchzusetzen. Diese Erfahrung macht die seit Herbst 2008 im Gewerbegebiet Schorba ansässige Firma Plantic Technologies. Der Spezialist für biologisch abbaubare Verpackungsmittel, eine Tochterfirma des australischen Unternehmens Billabong, hat sein bereits für 2010 avisiertes Ziel, 38 Arbeitsplätze zu schaffen, bisher nicht erreicht. Wie das Unternehmen auf Anfrage bestätigte, gab es Anfang 2011 sogar drei Entlassungen.

Aktuell sind in der ehemaligen Lekkerland-Lagerhalle bei Schorba nur noch neun Mitarbeiter beschäftigt. Wie Sandra Heuse, Assistentin der Geschäftsleitung auf Anfrage unsere Zeitung sagte, sei insbesondere die Süßwarenindustrie als eine der Hauptzielgruppen der aus Maisstärke bestehenden Verpackungsmaterialien sehr zurückhaltend. Plantic-Biokunststoff könnte zum Beispiel die aus herkömmlichen Kunststoff bestehenden Einleger in Pralinenschachteln ersetzen.

“Wir bekommen aus Australien nun ein neues Produkt, das mit einer dünnen Ummantelung aus TFT-Kunststoff auch die Verpackung von Fleisch und Käse erlaubt”, sagt Sandra Heuse. Auf Messen habe es dafür aus dem Bereich der Bio-Erzeuger Interesse gegeben.

Die Situation bei Plantic sorgt inzwischen für Gerüchte im Umfeld. So ist in einem Brief an unsere Zeitung von Millionentransfers von Fördermitteln aus Thüringen nach Australien die Rede. Im März 2009 brachte der damalige Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) einen Fördermittelscheck in Höhe von 2,9 Millionen Euro in Schorba vorbei.

Wie eine Recherche unserer Zeitung ergab, hat die Thüringer Aufbaubank aber bisher lediglich 491 000 Euro dieser Summe ausgezahlt. “Die Firma Plantic hat Anfang 2011 einen Antrag auf Verlängerung der Investitionzeit bis 2012 gestellt”, sagte Andy Faupel, Pressesprecher der Thüringer Aufbaubank. Insgesamt will Plantic 8,3 Millionen Euro investieren.

Die Gerüchte von den angeblichen Transfers nach Australien sind auch in Erfurt angekommen. “Wir prüfen das. Bisher gibt es aber keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten”, so Faupel.

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Foto: Jens Henning


Source: TLZ.de, 2011-07-05.

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