30 März 2000

Pläne zum Aufbau einer US-Flachsfaserindustrie

Ein neuer Prozess könnte die US-Leinenproduktion revolutionieren. In Zusammenarbeit zwischen dem “Agricultural Research Service (ARS)” und dem “Center for American Flax Fiber (CAFF)” entwickeln Wissenschaftler einen neuen chemisch-enzymatischen Röstprozess. Zunächst werden mittels Chemikalien die Kalziumbindungen im Flachsstängel aufgebrochen, wodurch der folgende enzymatische Röstprozess deutlich erleichtert wird. Schließlich können die stark gelockerten Flachsfasern erheblich einfacher und effizienter mechanisch aufgeschlossen werden. Ein umfassendes Qualitätsmanagement soll die Qualität der so gewonnenen Flachsfasern sicherstellen.

Mit Hilfe des neuen Prozesses könnte es gelingen, die US-Leinenindustrie von Importen abzukoppeln, indem aus den großen Mengen an US-Ölleinstroh hochwertige Fasern mit gleichbleibenden Qualitätseigenschaften gewonnen würden. Dies wäre die Geburtsstunde einer amerikanischen Flachs- bzw. Leinfaserindustrie.

Seit mehreren Jahrzehnten basiert die US-Leinenindustrie praktisch ausschließlich auf Importen von Flachsfasern, -garnen und -geweben aus Europa und China, die jährlich einen Wert von ca. $150 Millionen ausmachen. Der geschätzte Wert von Leinen-Endprodukten liegt sogar bei $500 Millionen. Gleichzeitig ist Nordamerika der weltgrößte Leinsamen-Produzent; hierbei fallen jährlich Millionen von Tonnen Fasern an, die bisher aufgrund ineffizienter und qualitativ minderwertiger Technologien nicht genutzt werden können.

Wenn es gelingen sollte, den $150-Millionen-Importflachs durch US-Produktion zu ersetzen, so wäre dies ein harter Schlag für die traditionellen Flachsländer Frankreich, Belgien und die Niederlande.

Kontakt: Danny E. Akin, Richard B. Russell Research Center, E-Mail: deakin@qaru.ars.usda.gov

Autor und Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quellen: Sharon Durham: New Flax Production Process Eyed; Agricultural Research Service, 30.03.2000, und das nova-Archiv.

Source: Sharon Durham: New Flax Production Process Eyed; Agricultural Research Service, 30.03.2000, und das nova-Archiv.

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