28 August 2003

Pflanzenwirkstoff stoppt hormonell bedingten Haarausfall

Studie an der Hautklinik der Ruhr-Universität

Nicht nur Männer leiden unter Haarausfall. Nach den Wechseljahren werden die Haare auch bei Frauen oft schütter, Grund dafür ist der veränderte Hormonhaushalt.

CimifugaRacemosa.jpgDoch gegen diesen sog. androgenetischen Haarausfall ist ein Kraut gewachsen: Cimicifuga Racemosa heißt der Pflanzenwirkstoff, der dank seiner östrogen-artigen Wirkung hilft. Den Beweis dafür liefert jetzt eine Studie der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität (Direktor Prof. Dr. Peter Altmeyer). Die Forscher nutzten dafür das System microDERM®, das sie gemeinsam mit der Firma ZN Visiomed AG entwickelt haben. Eine neue Software erlaubt es, das Haarwachstum schmerzfrei und nicht invasiv anhand digitaler Bilder sehr exakt zu bestimmen.

Haardichte und -dicke verbessert
Der Wirkstoff Cimicifuga Racemosa (enthalten in CiMi, Lichtenheldt, Wahlstedt) kann sowohl die Anzahl der im Wachstum befindlichen Haare (anagen) erhöhen als auch die der im Ausfall befindlichen Haare (telogen) senken. Außerdem konnte er die Haardicke geringfügig verbessern. «Das ist bei einer sechsmonatigen Therapiedauer als ein hervorragendes Wirkungsergebnis zu bezeichnen,» so Dr. Klaus Hoffmann von der Dermatologischen Universitätsklinik der RUB. Gezeigt wurde vor allem, dass bei männlichen Probanden mit anlagebedingter Haarausfall, aber auch bei Frauen mit hormoneller Balanceverschiebung in den Wechseljahren eine signifikante Besserung eintrat.

Eine Verbesserung von Haardichte und -qualität – gerade beim androgenetischen Haarausfall – war bislang nur mit wenigen, meist verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zu erreichen. Eine signifikante Verbesserung mit einem Pflanzenwirkstoff galt bisher als nicht möglich. Cimicifuga hat bereits in anderen Indikationen eine Positivmonographie der zuständigen Gremien (postmenopausale Beschwerden). In weiteren Untersuchungen und Diskussionen auf wissenschaftlichen Kongressen wollen die Forscher versuchen, weitere Erkenntnisse zum Wirkverhalten von Cimicifuga zu bekommen.

Weitere Informationen
Dr. med. Klaus Hoffmann (Ltd. Oberarzt der Dermatologischen Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum am St. Josef Hospital)
Gudrunstr. 56
44791 Bochum
Tel. 0172/2829076 oder 0234/509-3411/3440
Fax 0234/509-3445
E-Mail: K.Hoffmann@derma.de

Source: Ruhr-Universität Bochum vom 2003-08-26.

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