13 Oktober 2009

Pfizer setzt auf Holzpellets für die Energieversorgung

Grüne Arzneimittelproduktion durch größte Holzpellet-Dampfkesselanlage Europas

Pfizer setzt auf den Klimaschutz und macht am Standort Freiburg einen weiteren konsequenten Schritt in Richtung “grüne Arzneimittelproduktion”: In seiner neuen Holzpellet-Dampfkesselanlage setzt der Hersteller nachwachsende Rohstoffe zur Energiegewinnung ein. Damit senkt er den Kohlendioxid-Ausstoß und fördert die regionale Holzwirtschaft. Freiburgs Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon nahm die Anlage heute gemeinsam mit Dr. Herbert Krasowski, Leiter des Pfizer-Werks Freiburg, offiziell in Betrieb.

Das neue ökologische Herz des Pfizer-Standorts Freiburg schlägt in einer unscheinbaren Halle: Die Dampfkesselanlage ist die größte ihrer Art in Europa und hat Ausmaße von einem großen LKW. Anders als bei herkömmlichen Anlagen wird diese nicht mit fossilen, sondern ausschließlich mit nachwachsendem Brennstoff betrieben: Holz aus der Region, verpresst zu kurzen, bleistiftdünnen Pellets. Heraus kommen 85 Prozent des Dampfs und der Wärme, die im Werk für gleichbleibende Luftfeuchtigkeit und stabile Temperaturen sorgen. Nur so lassen sich die hohen Qualitätsstandards bei der Herstellung von Tabletten und Kapseln erfüllen.

Durch den Einsatz von 5.000 Tonnen Holzpellets spart Pfizer pro Jahr rund 5.500 Tonnen Kohlendioxid sowie eine halbe Million Euro ein. Pfizer will bis 2012 rund 35 Prozent seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Energiequellen decken – in Freiburg liegt der Anteil dank der neuen Anlage bereits bei 74 Prozent.

65 Umweltschutzprojekte in vier Jahren: Pfizer-Werk Freiburg ist Vorreiter
“Die neue Holzpellet-Dampfkesselanlage ist Teil unserer grünen Strategie, die sich ökonomisch wie ökologisch auszahlt”, sagt Dr. Herbert Krasowski, Werksleiter bei Pfizer in Freiburg. “Der sparsame Umgang mit Energie und die Reduzierung von Treibhausgasen haben bei Pfizer weltweit hohe Priorität. Der Standort Freiburg spielt dabei eine Vorreiterrolle für die Pharmaproduktion weltweit.” In den letzten vier Jahren hat das Unternehmen in Freiburg gut 65 Umweltschutzprojekte umgesetzt. Bereits heute kommen am Standort modernste Techniken wie Photovoltaik, Geothermie und Wärmerückgewinnung zum Einsatz.

Dem Start der Holzpellet-Anlage ging eine knapp anderthalbjährige Planungs- und Bauzeit voraus. Das alte Kesselhaus, etwa so groß wie eine Autowaschhalle, wurde teilweise um sechs Meter aufgestockt, damit der neue Dampfkessel Raum fand. Zur Lagerung des Brennstoffs entstand ein 350 Kubikmeter großer Silo. Die neue Holzpellet-Anlage ersetzte zwei bestehende Kesselanlagen aus den 1960er-Jahren. Zwei weitere Kessel wurden modernisiert und übernehmen künftig die Ergänzungs- und Spitzenlastfunktion. Das Investitionsvolumen betrug insgesamt 1,2 Millionen Euro.

Kurze Fahrwege der Pellets verbessern die Ökobilanz zusätzlich
Die im Pfizer-Werk Freiburg verwendeten klimafreundlichen Holzpellets stammen aus dem Schwarzwald. Ausgangsprodukt sind naturbelassene Holzreste, die ohne Zugabe von chemischen Bindemitteln gepresst werden. Anders als bei fossilen Brennstoffen, deren Einsatz den Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre erhöht, wird beim Verbrennen von Holzpellets nur die Menge an Klimagas frei, die Bäume zuvor gespeichert haben. Die kurzen Fahrwege zwischen Forst, Holzpellet-Produktion und Abnehmer verbessern die Ökobilanz zusätzlich. “Öl und Gas haben meistens lange Transportwege hinter sich. Mit Holzpellets setzt Pfizer dagegen auf einen Energieträger der Zukunft. Holz ist lokal verfügbar und macht uns ein Stück unabhängiger von Ölimporten und Energiepreissteigerungen”, so Dr. Krasowski.

Source: new-ticker.org, Pressemitteilung, 2009-10-12.

Supplier

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email