20 Dezember 2006

Pellets können zur Lösung des Feinstaubproblems beitragen

Verschiedene Institute beschäftigen sich derzeit mit der Untersuchung von Feinstaubemissionen von Holzfeuerungen

Feinstaub ist ein Dauerbrenner, seit die EU Feinstaubrichtlinie, die Anfang 2005 in Kraft trat, viele Städte und Gemeinden zum Handeln zwingt. Zur Begrenzung innerstädtischer Feinstaubbelastungen werden jede Menge Maßnahmen ergriffen. Durchfahrtsverbote für LKW gibt es schon, Feinstaubplaketten für Diesel-PKW werden kommen. Auch Pelletheizungen stehen wegen angeblich hoher Feinstaubemissionen in der Kritik.

Pelletheizungen sind ein junger Markt mit hohen Wachstumsraten. Bis Ende des Jahres werden rund 70.000 Pelletheizungen hierzulande für wohlige Wärme in den Haushalten sorgen. Die staatliche Förderung für den Einbau einer Pellet- oder einer Solaranlage im Rahmen des Marktanreizprogramms (MAP) wird wegen der großen Nachfrage für das kommende Jahr um mehr als 20 Prozent aufgestockt.

Pelletfeuerungen nicht mit herkömmlichen Kaminöfen vergleichbar

Trotz der guten Nachrichten hält sich das Vorurteil, dass Pelletsfeuerungen maßgeblich zur Feinstaubbelastung beitragen. Zu Unrecht, wie etliche Untersuchungen beweisen. “Herkömmliche Holzfeuerungen und moderne Pelletanlagen dürfen nicht über einen Kamm geschoren werden. Sie sind, was den Partikelausstoß angeht, völlig unterschiedlich zu bewerten”, sagt der Geschäftsführer des DEPV, Cornelis Hemmer.

Alle häuslichen Holzheizungen zusammen, ganz gleich ob Kamin, Scheitholz- oder Pelletfeuerungen, tragen mit 15-20 Prozent zu den gesamten Staubemissionen bei. Untersuchungen haben gezeigt, dass ältere Holzfeuerstätten den meisten Staub emittieren. Nach Berechnungen des Leipziger Instituts für Energetik und Umwelt (IEU) könnte dieser Anteil halbiert werden, wenn alle alten Holzkessel auf moderne Geräte umgestellt würden.

Feinstaubemissionen von Pelletheizungen liegen in der Größenordnung von Ölheizungen

Auf Prüfständen in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland werden derzeit Menge und Zusammensetzung der Abgase von Pelletfeuerungen untersucht. Die Messungen zeigen, dass der Feinstaubausstoß dieser modernen Anlagen etwa so gering ist, wie bei bestehenden Ölbrennern. Die Staubwerte bewegen sich zwischen 5 mg/Nm3 und 20 mg/Nm3. Volker Lenz vom IEU hat den Vorteil errechnet: Wenn 1 Million Öl- und Gaskessel gegen Pelletanlagen ausgetauscht würden, wäre der Feinstaubzuwachs geringer als 1 Prozent.

Neue Erkenntnisse gibt es auch über die Schädlichkeit des Feinstaubs. Prof. Thomas Nußbaumer und seine Mitarbeiter vom Schweizer Ingenieurbüro Verenum haben Ruß aus Dieselmotoren und Partikel aus Holzfeuerungen auf ihre Wirkung getestet. Sie fanden heraus, dass Feinstaub einer modernen Holzfeuerung 5-10 Mal weniger schädlich ist als Dieselruß.

Der Staub besteht in diesem Fall hauptsächlich aus anorganischen Salzen, die fast keine biologische Reaktivität aufweisen. Sie werden in den Atemwegen größtenteils wieder gelöst. Vorraussetzung ist allerdings die nahezu vollständige Verbrennung im Holzkessel. Diesem Ziel kommen moderne Pelletfeuerungen sehr nahe.

Pelletfeuerungen tragen zum Klimaschutz bei

Es ist somit wichtig, dass Holz künftig möglichst nur in modernen Feuerungen, wie zum Beispiel einer Pelletsanlage, verbrannt wird. Nur so kann bei der aktuellen Diskussion der eigentliche Vorteil der Holzfeuerung wieder in den Vordergrund treten – der Klimaschutz. Denn durch die CO2-neutrale Verbrennung trägt Holz im Gegensatz zu Öl und Gas direkt zur Reduzierung der Treibhausgase und damit zu einer Reduktion der Klimaerwärmung bei.

“Wir hoffen, dass wir das Feinstaubgespenst für die klimafreundlichen Pelletheizungen bald aus der Welt schaffen können. Wichtig ist uns eine sachlich geführte Diskussion mit belastbaren Daten”, betont Cornelis Hemmer.

(Vgl. Meldungen vom 2006-12-19, 2006-11-16, 2006-10-20 und 2006-03-23.)

Source: Deutscher Energie-Pellet-Verband e.V. (DEPV) vom 2006-12-19.

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