8 August 2007

Pelletherstellung mit Spänen, Wind und Biogas

Holzpelletwerk in der Morbacher Energielandschaft

Nach Fimenangaben die weltweit ersten rein regenerativ erstellten Pellets produziert die juwi-Gruppe seit Anfang August in ihrem neuen Werk in der Morbacher Energielandschaft (MEL) im Hunsrück. Die zur Herstellung benötigte Energie stammt beinahe ausschließlich aus erneuerbaren Quellen.

Der Bau der Holzpelletsfabrik hatte Anfang des Jahres begonnen. Die Gesamtproduktionskapazität beträgt 20.000 Tonnen pro Jahr. Geplant ist zunächst allerdings ein Zwei-Schicht-Betrieb mit einer Jahresproduktion von 8.000 Tonnen. Betreiber der rund drei Millionen Euro teuren Anlage wird die juwi Beteiligungs GmbH & Co. Holzpelletieranlage Morbach KG sein.

“Wir sind sehr zufrieden, dass nach nur rund sechsmonatiger Bauzeit nun die ersten juwi-pellets in der Morbacher Energielandschaft produziert werden”, lobt Projektleiter Torsten Schopbach die am Bau beteiligten Firmen. Dazu gehören so renommierte Unternehmen wie die Friedli Engineering AG und die GT ZeSor AG aus der Schweiz.

Die Pellets werden nahezu komplett mit der Energie regenerativer Kraftwerke hergestellt. Zur Trocknung des Holzes wird die Abwärme einer Biogasanlage genutzt, die juwi im Herbst 2006 in unmittelbarer Nähe errichtet hat. Und den benötigten Strom werden die Windräder liefern, die seit rund vier Jahren in Morbach in Betrieb sind.

Gefüttert wird die Pelletproduktionsanlage mit Material aus der näheren Umgebung: Unternehmen der Sägeindustrie aus dem Hunsrück liefern die jährlich rund 57.500 Schüttraummeter (SRM) Späne an. Das entspricht rund drei bis vier LKW-Ladungen pro Werktag. Die Späne und Holzstücke werden zerkleinert und getrocknet, bevor sie über ein hoch entwickeltes Transport- und Bearbeitungssystem zu einer Pelletpresse gelangen. Dort werden die kleinen, ultrakompakten Brennstäbchen normgerecht hergestellt: zwei Zentimeter lang und sechs Millimeter im Durchmesser – zehn Stück wiegen etwa sieben Gramm.

“Beim Absatz verfolgen wir drei Strategien”, so Betriebsleiter Frank Brusius. Zum einen werde man den regionalen Großhandel bedienen, zum anderen mit dem eigens angeschafften Silofahrzeug Holzpellets an Endkunden im Umkreis von maximal 100 Kilometer ausliefern. Außerdem wolle man über die so genannte Sackware – abgepackt in 15-kg-Einheiten – auch den Endkunden vor Ort die Möglichkeit bieten, direkt in der Morbacher Energielandschaft die umweltfreundlichen Holzpellets zu kaufen. Ein entsprechendes Verkaufsbüro und Lager richtet juwi derzeit auf dem Gelände der MEL, die bis Anfang der Neunzigerjahre das größte Waffenlager der US-Armee in Westeuropa war, in einer ehemaligen Bomben-Wartungshalle ein.

(Vgl. Meldungen vom 2007-05-15, 2006-08-18, 2006-10-25.)

Source: juwi GmbH, Pressemitteilung, 2007-08-07.

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