9 November 2004

PEFC-Wälder nun auf drei Kontinenten

Am 29. Oktober 2004 fand in Santiago de Chile die 8. Generalversammlung des PEFC Councils statt. 85 Teilnehmer aus 28 Ländern waren nach Chile gekommen und wurden Zeugen der Anerkennung des italienischen, des australischen (AFS) und des chilenischen Forstzertifizierungssystems (Certfor). Als neues Mitglied wurde Russland in die PEFC-Familie aufgenommen. Ein Internationaler Chain-of-Custody-Standard mit weltweiter Gültigkeit wurde verabschiedet.

Mit der Anerkennung der ersten beiden außereuropäischen Systeme unterstreicht PEFC seinen zunehmend globalen Charakter. Mit Italien, Chile und Australien erhöht sich die Zahl der von PEFC anerkannten nationalen Forstzertifizierungssysteme auf 16.

Die 55 Millionen Hektar großen PEFC-zertifizierten Waldflächen liegen zurzeit jedoch noch ausschließlich in Europa. Der Anerkennung war ein strenges Bewertungsverfahren vorausgegangen, das sich über viele Monate erstreckte und von unabhängigen Beratern durchgeführt wurde. Alle Interessengruppen und die allgemeine Öffentlichkeit hatten dabei die Möglichkeit, Kommentare zu den Systemen abzugeben. Sämtliche Systemgrundlagen sowie die Prüfberichte der beauftragten Institute sind auf den Internetseiten des PEFCC unter www.pefc.org öffentlich zugänglich.

Ebenfalls auf der Generalversammlung in Chile ist Russland, das Land mit der größten Waldfläche weltweit, dem PEFC Council beigetreten. Die Mitgliedschaft ist der erste Schritt bevor ein Forstzertifizierungssystem seine offizielle Anerkennung unter dem Dach des PEFCC beantragen kann.

Nikolai Eremeev, Präsident des Nationalen Forstzertifizierungsrates in Russland, schilderte die Beweggründe für den russischen Antrag auf Mitgliedschaft: Angesichts eines wachsenden und globalisierten Marktes für Holz und Holzprodukte haben wir nach einem Forstzertifizierungssystem Ausschau gehalten, das eine glaubwürdige Zertifizierung durch unabhängige Dritte bietet, Nachhaltigkeit garantiert und auf international anerkannten zwischenstaatlichen Vereinbarungen basiert. Aus russischer Sicht erfüllt nur das internationale PEFC-System diese Anforderungen und eröffnet die notwendigen Optionen für die Zukunft.

An die Stelle unterschiedlicher nationaler Chain-of-Custody-Standards tritt mit einem weiteren Beschluss der PEFC-Generalversammlung ein einzelner gemeinsamer Standard, der in allen Ländern gültig ist. Dieser Standard kann von jedem Forstzertifizierungssystem auf der Welt übernommen werden, um den Holzfluss von einem zertifizierten Wald zum Endverbraucher zu verfolgen. Eine Gruppenzertifizierung ist nun in allen Ländern möglich und bietet einen kosteneffiziente Lösung vor allem für kleine Betriebe. Ferner umfasst der Standard verschärfte Anforderungen an die Behandlung des nicht-zertifizierten Holzes.

Um illegal eingeschlagenes Holz auszuschließen, müssen Unternehmen unabhängige Untersuchungen bei ihren Lieferanten durchführen bzw. durchführen lassen, sofern das Holz nicht aus zertifizierten Quellen stammt sowie aus Ländern kommt, in denen die Wahrscheinlichkeit illegaler Nutzungen höher ist. Der neue Standard tritt am 01. April 2005 in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt müssen alle Erstzertifizierungen nach diesem Regelwerk durchgeführt werden. Bei bestehenden Zertifikaten muss das Regelwerk erst beim nächsten Re-Audit, spätestens jedoch am 01.04.06, angewendet werden.

Einzigartig an diesem neuen PEFC-Chain-of-Custody-Standard ist, dass es Unternehmen der Holzwirtschaft ermöglicht wird, in verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Zertifizierungssystemen Holz zu beschaffen und dabei den Holzfluss mit nur einem einzigen CoC-System überwachen zu können, erläuterte Ben Gunneberg, Generalsekretär des PEFCC. Sobald der Prozentsatz des eingesetzten zertifizierten Materials 70% übersteigt, kann eine Firma das PEFC-Logo auf diesen Produkten verwenden.

Source: holz.net vom 2004-11-08.

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