15 September 2006

Pappel-Genom entschlüsselt: Herstellung von optimierten Biokraftstoffen möglich

Forscher wollen die Westliche Balsampappel genetisch verändern und so etwa für die Herstellung von Biokraftstoffen optimieren. Die Wissenschaftler des Internationalen Pappel-Genom-Konsortiums haben im Erbgut der Art Populus trichocarpa rund 45.000 Gene identifiziert.

Nach der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana), einer kleinen krautigen Blütenpflanze, und Reis (Oryza sativa) ist die Westliche Balsam-Pappel die dritte höhere Pflanze, deren Genom komplett entziffert wurde. Insgesamt umfasst das Pappel-Genom rund 480 Millionen Einzelbausteine, was für einen Baum relativ wenig ist, schreiben die Forscher um Dan Rokhsar vom Joint Genome Institute des US-Energieministeriums in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Science». Die genetische Information der Kiefer (Pinus spec.) sei etwa 40 mal so groß.

Die Pappel ist leicht genetisch zu verändern und wächst schnell. Daher könne in weniger als einem Jahr begutachtet werden, ob gentechnische Veränderungen an den Pflanzen gelungen sind. Die Entschlüsselung des Pappelgenoms soll Basis für die Entwicklung einer neuen Generation von Biokraftstoffen sein, teilte das Joint Genome Institute mit.

Zellulose und Hemizellulose, zwei molekulare Bausteine von holzigen Pflanzen, könnten zu Zucker abgebaut werden, der dann wiederum in den Treibstoff Ethanol oder andere flüssige Kraftstoffe umgewandelt werden soll.

Nach Vorstellungen der Wissenschaftler sollen die Pappeln auf großen Plantagen als Biomasselieferanten wachsen und so zur Unabhängigkeit der USA von Ölimporten beitragen. Die Bäume könnten auch so modifiziert werden, dass sie mehr Treibhausgas Kohlendioxid fixieren, besseres Holz liefern oder leichter zu Papier zu verarbeiten sind.

Einen ersten Entwurf des Genoms hatte das Forschungskonsortium bereits 2004 vorgestellt.

(Vgl. Meldungen vom 2006-09-02 und 2005-10-13 und 2005-09-21.)

Source: Netzeitung vom 2006-09-15.

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