10 Oktober 2005

Papenburg wird Großstandort für regenerative Energieerzeugung

Papenburg, 30.09.2005 – Der Ende vergangenen Jahres als Sprachrohr der emsländischen Wirtschaft gegründete Wirtschaftsverband trägt Früchte: Durch hier entstandene Kontakte soll in Papenburg neben dem Prokon-Biomassekraftwerk eine Anlage zur Produktion von Bioethanol entstehen. Gestern stellten Vertreter beteiligter Firmen, Papenburgs Bürgermeister Uli Nehe und Landrat Hermann Bröring das 50-Millionen-Investment vor.

“Mitte nächsten Jahres wollen wir mit dem Bau der Anlage beginnen, die gewerbliche Produktion des Biokraftstoffes werden wir etwa Mitte 2008 aufnehmen können”, erläuterte Andre Hamers, Vertreter des Biomassekraftwerkbetreibers Prokon gestern Nachmittag im Papenburger Rathaus bei der Präsentation der Pläne.

Die entsprechenden Anträge wurden von der eigens gegründeten BEP GmbH bereits erstellt und eingereicht. Untersuchungen laufen allerdings noch, die entscheidend sind, ob zunächst eine kleinere Anlage oder aber die komplette erste Baustufe gebaut wird. ”Wir tendieren zur Realisierung der kompletten Baustufe”, erklärten Hamers und Prokon-Vertreter Ingo de Buhr. Entstehen würde dann auf einer Fläche von rund vier Hektar (zum Vergleich: das Biomassekraftwerk benötigt eine Fläche von etwa zweieinhalb Hektar) eine Anlage zur Produktion von täglich 300.000 Liter Bioethanol, welches europaweit an Raffinerien zur Beimischung zum normalen Benzin verkauft wird.

Als Nebenprodukt entstehen jährlich rund 100.000 Tonnen Proteine als Futtermittel für die Landwirtschaft. Für eine derartige Produktion werden jährlich 300.000 Tonnen Roggen und Weizen benötigt, ”die zu 100 Prozent mit dem Schiff angeliefert werden sollen”. Als Ergebnis würde sich nach Aussage von Landrat Bröring und Bürgermeister Nehe der Umschlag im in den vergangenen Jahren ausgebauten Papenburger Hafen um rund 40 Prozent auf 1,3 bis 1,4 Millionen Tonnen im Jahr erhöhen.

Als Anlagenbauer tritt mit der ”Air System Barlage GmbH” aus Flechum eine weitere emsländische Firma auf den Plan – diese Anlage soll für die europaweit agierende Firma zudem als Referenzanlage dienen, um den weltweit steigenden Bedarf an derartigen Produktionsstätten decken zu können. So ist es Ziel der EU, bis zum Jahr 2010 mindestens 5,75 Prozent des Kraftstoffverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen zu decken (aktuell: 2 Prozent). ”Da ist es nur gut, dass wir so frühzeitig in eine derartige Technik investieren. Dann können wir umso erfolgreicher sein”, blickt de Buhr optimistisch in die Zukunft.

(Vgl. Meldung vom 2002-12-13.)

Source: Neue Osnabrücker Zeitung vom 2005-09-30.

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