18 November 2008

Palmöl, Kautschuk, Baumwolle: Erzeugung verringert

Produzenten reagieren auf Preistiefs und sinkende Nachfrage

Die Produzenten von Baumwolle, Kautschuk und Palmöl reagieren auf das aktuelle Rohstoff-Preistief mit deutlichen Einschränkungen im Anbau. In den USA ziehen Landwirte den Anbau aktuell profitablerer Kulturen statt der erlösschwachen Baumwolle vor, bei Kautschuk und Palmöl schlossen die Haupterzeugerländer internationale Vereinbarungen, um die Erzeugung zu drosseln. Es zeigt sich wieder einmal, dass die Anbieter Nachwachsender Rohstoffe deutlich schneller auf Nachfrageschwankungen reagieren als dies bei der Förderung fossiler Rohstoffe, vor allem Erdöl, möglich ist.

Palmöl
Ab 2009 werden Indonesien und Malaysia, zusammen für 85 Prozent der weltweiten Palmölproduktion (Rohpalmöl – CPO) verantwortlich, die Produktion deutlich einschränken. Wie die Jakarta Post berichtet, kündigte der Generaldirektor für Plantagen im indonesische Landwirtschaftsministerium an, dass die Ölerzeugung durch ein 300.000 Hektar umfassendes Programm für Neupflanzungen in beiden Ländern eingeschränkt würde. Die bilaterale Vereinbarung war geschlossen worden, um einer Überversorgung der Märkte bei fallender Nachfrage vorzubeugen mit der Hoffnung, die Palmölpreise zu stabilisieren.

Kautschuk
Aus ähnlichen Gründen wollen wollen die Erzeugerländer Indonesien, Malaysia und Thailand (gemeinsam rund 70% der welweiten Produktion) im kommenden Jahr Ihre Kautschukproduktion um 210.000 Tonnen drosseln. Eine entsprechende Vereinbarung wurde in der vergangenen Woche veröffentlicht.

Baumwolle
Die Baumwolleerzeugung in den USA wird nach Schätzungen des Landwirtschaftsministreiums in diesem Jahr voraussichtlich um 13,5 Millionen Bale (1 Bale = 217 Kilogramm) und damit beinahe um ein Drittel unter der Vorjahresproduktion von 19,2 Millionen Bale bleiben. Farmer hatten bisher mit Baumwolle bepflanzete Flächen mit besser bezahlten Ackerfrüchten wie Mais oder Soja bestellt. Baumwollpflanzungen an der Golfküste haben zudem unter den Wirbelstürmen Gustav und Ike gelitten.

Die Märkte der Agrarrohstoffe für die Industrie in Zeiten der Rohstoffwende stehen im Fokus des Kongresses “Rohstoffwende und Biowerkstoffe”, den das nova-Institut am 3. und 4. Dezember im Maritim Hotel Köln veranstaltet. Informationen und Anmeldemöglichkeit zum Kongress und zur begleitenden Ausstellung unter www.rohstoffwende.de, Sonderteil zum Kongress mit 27 Statements der Referenten und Partner im aktuellen Biowerkstoff-Report.

Source: Soyatech, 2008-11-17 und Wikipedia, Artikel Bale (Gewicht), 2008-11-18.

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