25 November 2002

OTTI-Symposiumsbericht: Energie aus Biomasse

Alles über Biogas, Pflanzenöl, Festbrennstoffe in Kloster Banz

Ca. 250 Fachleute und Entscheidungsträger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz trafen sich am 21. und 22.11.2002 im barocken Kloster Banz und widmen sich dem Thema: Die Energieerzeugung aus Biomasse, Holz, Pflanzenöl und Biogas. Damit wurde die Rekordzahl des letzten Jahres eingestellt. Die Biobrennstofftagung des OTTI ist seit Jahren neben dem C.A.R.M.E.N. Symposium die wichtigste Anwendertagung in Deutschland.
Die relative Mehrheit (36%) der Tagungsteilnehmer stammte aus Ingenieur- und Planungsbüros, kleinen Firmen der Heizung-, Klima- und Lüftungsbranche (50 Mitarbeiter); Energieversorger, Stadtwerke, größere und große Unternehmen stellten 19%, Vereine, Verbände, Verbünde und Energieagenturen 11%, Ministerien und Behörden 11%, sowie Hochschulen und Forschungsinstitute 23% der Teilnehmer.
50% der Teilnehmer kamen aus Bayern; 7% waren aus Österreich, der Schweiz und Belgien und 11% aus den Neuen Bundesländern und Berlin angereist.
Durch die Diskussion technischer Neuerungen, den Austausch von Betreibererfahrungen und das Erörtern von Wirtschaftsfragen und von Förderprogrammen sollte die energetische Nutzung von Biomasse weiter vorangebracht werden. Behandelt wurden die Themen Biogas, Pflanzenöl und Festbrennstoffe durch Vorträge, Posterbeiträge sowie durch eine tagungsbegleitende Fachausstellung und Besichtigungsfahrten zu Anlagen.

Das OTTI-Symposium – das inzwischen zu einer festen Größe unter einer Vielzahl von Veranstaltungen geworden ist – hat nicht unerheblich dazu beigetragen, dass die energetische Nutzung von Biomasse in den letzten Jahren vorangekommen ist: in Bayern trägt Biomasse bereits mit 6,5% (BRD 3,7%) zur Deckung des Wärmebedarfs bei. Pelletheizungen stellen dabei einen Wachstumsmarkt dar.

Biogas und Pflanzenöl tragen zum Strom- und Treibstoffmarkt noch deutlich unter 1% bei. Biogasanlagen und die thermische Vergasung stehen jedoch im Brennpunkt des Interesses, weil sie einen Weg zu dezentralen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen kleiner Leistung öffnen.

Durch die Festlegung von Kriterien für die Kraftstoffqualität beim Pflanzenöl ist nun die Basis für einen breiteren Markt geschaffen worden: die Wachstumsrate bei den biogenen Treibstoffen ist beachtlich.

Zum 11. Symposium reichte die Bandbreite der Themen von den politischen Rahmenbedingungen und den Perspektiven über technische Neuerungen bis hin zu Aspekten der Bereitstellung und der Qualität sowie der Vermarktung und Finanzierung: Beiträge, die als Einzelthemen interessant und wichtig sind, aber erst in ihrer Gesamtheit Erfolg und Fortschritt ermöglichen.

Auch wenn bei der energetischen Nutzung von Biomasse schon Erfreuliches erreicht wurde, zu messen ist das Erreichte aber an dem Beitrag, der von den erneuerbaren Energien in Zukunft zur Deckung des Energiebedarfs zu erbringen sein wird. Nach einer Prognose der Enquete-Kommission des Bundestages “Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre” wird sich der Weltenergiebedarf bis zum Jahr 2050 von heute 13 Mrd. t SKE auf 20 Mrd. t SKE nahezu verdoppeln. Die regenerativen Energiequellen sollen dann 30% zum Primärenergiebedarf beitragen; das entspricht einem Energieäquivalent von 5,6 Mrd. Tonnen Steinkohle (t SKE). Das ist mehr, als dem gesamten heutigen Verbrauch an Stein- und Braunkohle weltweit entspricht.

Das bedeutet, dass bei der energetischen Nutzung von Biomasse in neuen Dimensionen gedacht werden muss. Dabei kommt der Biomasse auch deshalb eine besondere Bedeutung zu, weil sie eine verlässliche Energiequelle darstellt, da sie gespeicherte Sonnenenergie ist, die jederzeit bedarfsgerecht abgerufen werden kann.

Die Energiefrage verlangt nicht nur wegen der begrenzten Ressourcen der fossilen Energieträger, sondern auch wegen der Klimarelevanz der bei der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas entstehenden CO2-Emissionen nach einer globalen Betrachtung.

Eine Möglichkeit, nicht nur global zu denken, sondern einen ersten Schritt zum überregionalen Handeln, bietet sich bei der Osterweiterung der Europäischen Union. Hier kann die energetische Nutzung von Biomasse einen Beitrag zur Stärkung der Land- und Forstwirtschaft in den Beitrittsländern leisten; unsere Wirtschaft kann durch das Einbringen der dazu entwickelten und erprobten Technologien profitieren; die Umwelt gewinnt durch die Minderung der Emissionen an Treibhausgasen: eine absolute “win-win-Situation”.

Die Aufgaben sind groß, aber auch die Möglichkeiten, zur Lösung beizutragen. Dieses Symposium “Energie aus Biomasse” getragen von einer Reihe von Organisationen und Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz leistete hierzu einen wichtigen Beitrag

Der Tagungsband (ISBN 3-934 681-23-9) ist entweder bei der deutschen oder bayerischen Staatsbibliothek auszuleihen oder für 75 EUR zu beziehen bei der:

Boxer Buchhandlung
Baumgarten 28
95326 Kulmbach
Tel.: 09221-87 78 38
E-Mail: [email protected]

Source: Pressemitteilung des OTTI-Kollegs und der TU München vom 2002-11-22.

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