15 Januar 2008

Olbrich kauft insolventen Anlagenbauer für Naturfaser-Formpressteile

Geschäftsbetrieb wird ohne Unterbrechung fortgesetzt

Der seit Oktober insolvente Offenbacher Anlagenbauer R+S Technik, der für Zulieferer der Autoindustrie Maschinen für Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen fertigt, hat einen neuen Eigentümer. Der Bocholter Maschinenbauer Olbrich hat die Firma übernommen und somit auch die rund 90 Arbeitsplätze am Offenbacher Stammwerk sowie in der Fertigung im tschechischen Brünn gerettet. Das teilte einem Bericht der Frankfurter Rundschau (FR) zufolge Insolvenzverwalter Richard Scholz mit.

Mit Olbrich sei “ein grundsolider Investor” gefunden worden, sagte Scholz. Aus eigener Kraft wäre eine Fortführung von R+S Technik nicht möglich gewesen, sagte Scholz. Mit dem Verkauf aber werde der Geschäftsbetrieb nahtlos weitergeführt. Über den Kaufpreis haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart.

In den vergangenen Jahren hatte die Firma auf Maschinen für alternative Werkstoffe gesetzt. Statt Kunststoffen sollten verstärkt Naturfasern wie Hanf und Flachs gepresst, mit einer dünnen Plastikschicht überzogen und dann ins Auto eingebaut werden. Die Entwicklungskosten waren hoch, die Nachfrage bei den Autoherstellern trotz ökologischer Vorteile anfangs verhalten.

Immerhin 15 potenzielle Investoren, von denen nun Olbrich den Zuschlag bekam, hatten sich für das Unternehmen interessiert. Die Offenbacher gehören nun mit Olbrich zur Borgers-Gruppe. Borgers ist nach eigenen Angaben ein inhabergeführtes Familienunternehmen mit weltweit gut 4.700 Mitarbeitern, das sich auf textile, akustisch wirksame Bauteile für den Motor-, Fahrgast- und Kofferraum von Fahrzeugen spezialisiert hat. R+S Technik erzielte zuletzt einen Umsatz von rund elf Millionen Euro.

(Vgl. Meldungen vom 2007-11-12 und 2006-12-13.)

Source: Frankfurter Rundchau (FR), 2008-01-15.

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