20 April 2004

Österreichs regionale Waldnutzung noch in den Kinderschuhen

Interreg-Projekt soll die Erzeugung von Bio-Wärme forcieren und Informationsdefizite ausgleichen

Vom neuen Interreg-Projekt “Bioenergienetzwerk Südost – Waldbiomasse offensiv” verspricht sich der Initiator, der Waldverband Hartberg-Fürstenfeld, eine künftig verbesserte regionale Wertschöpfung bei der einheimischen Holznutzung. Das Netzwerk Öko-Energie Steiermark (NOEST) finanziert das Projekt mit, in dem regionale Waldverbände, Anlagenplaner wie KWB und Partner aus Slowenien eingebunden sind.

Am Beispiel der Biomasse-Contracting-Heizanlagen in Ottendorf und Walkersdorf veranschaulichte Landeshauptmannstellvertreter Leopold Schöggl das vorhandene Potenzial und die Möglichkeiten (von Hackgutheizungen über Mikronetze bis zu Holzenergie-Contracting) der energetischen Nutzung von Hackgut aus den umliegenden Wäldern. Die Anlage wird von vier Landwirten betrieben, die damit jährlich 300 Megawattstunden (MWh) Energie erzeugen. Schöggl verwies hier auch auf den Mehrfachnutzen des Projekts und hob als Zielsetzung die energetische Autarkie hervor.

Der Obmann des Waldverbandes, Josef Schiester, machte auf die bislang ungenutzten Ressourcen bzw. die Wertschöpfung durch Biomassenutzung aufmerksam: “150.000 Festmeter des jährliches Zuwachses werden in unserem Verbandsgebiet nicht genutzt. In unserer kleinen Gemeinde werden jährlich mehr als 70.000 Euro an Heizöl verbraucht – das geht in den arabischen Raum. Von dort kommt sicher kein Scheich zu uns auf Urlaub.”

Ein wesentlicher Teil des Projekts komme der Information zu, daneben der Aufbau eines Produktions- und Dienstleistungssystems für ein flächendeckendes Biomasseangebot aus Waldbeständen, so Kurt Tauschmann, Obmann der Fürstenfelder Bezirksbauernkammer: “Wir wissen um die Ressourcen, aber viele Gemeinden nicht.” Dies hat Gerhard Ulz vom LandesEnergieVerein mit einer Studie dargelegt: “Wir haben untersucht, warum es in einer Gemeinde 20 Biomasseheizungen gibt und fünf Kilometer weiter gar keine: Es liegt am Installateur, der politischen Meinung und einem schlechten Beispiel – also an der Information.”

(Vgl. Meldungen vom 2004-03-02 und 2003-09-22.)

Source: Kleine Zeitung vom 2004-04-20.

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