28 Juli 2006

Österreichischer Biomasse-Verband: Pellets um ein Drittel billiger als Heizöl

“Biomassebrennstoffe sind weiterhin unschlagbar preisgünstig”, erklärt Heinz Kopetz, Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes und nimmt damit zu den aktuellen Preisentwicklungen am Energiemarkt Stellung.

“Trotz gestiegener Pelletspreise ist der Unterschied zu fossilen Brennstoffen noch immer gewaltig, die Rohölpreise klettern einfach unvergleichlich schneller. Wer mit Pellets heizt, erspart sich gegenüber Ölheizern zur Zeit etwa ein Drittel der Brennstoffkosten”, so der Vorsitzende. Der Boom bei diesen modernen Holzheizsystemen, der unter anderem verantwortlich für die Preissteigerungen am Pelletsmarkt ist, hat also eindeutig seine Berechtigung.

Aktueller Brennstoffkostenvergleich

Der Österreichische Biomasse-Verband hat eine Befragung bei Pellets- bzw. Heizöl-Lieferanten vorgenommen und kommt per Stichtag 24. Juli 2006 zu folgendem Ergebnis:

Der durchschnittliche Pelletspreis beträgt bei einer Einlagerung ab 4 bis 5 Tonnen (also etwa für den Jahresbedarf eines Einfamilienhauses) 228,5 Euro pro Tonne. Bei einem Energieinhalt von 4,8 kWh/kg ergibt das einen Preis von 4,76 Cent/kWh. – Der gemittelte Preis für Heizöl Extraleicht liegt bei einer Abfüllmenge von 3.000 Litern bei 70,045 Cent pro Liter, das entspricht 7 Cent/kWh (ein Liter Heizöl hat einen Energieinhalt von 10 kWh).

Der Unterschied beträgt also rund 2,24 Cent/kWh, damit kostet die Kilowattstunde Heizöl um 47,1 % mehr als die Kilowattstunde Pellets, bzw. wer mit Pellets heizt, erspart sich derzeit 32,0 % pro Kilowattstunde. Für einen durchschnittlichen Einfamilienhaushalt mit 180 m2 Wohnnutzfläche und einem jährlichen Energieverbrauch von 100 kWh/m2 (also einem Nutzwärmeverbrauch von 18.000 kWh) bedeutet diese Differenz unter Berücksichtigung der Abfüllpauschalen sowie des Jahresnutzungsgrads des Heizkessels etwa 470 Euro.

Preisentwicklung

“Es stimmt, dass die Pelletspreise seit vergangenem Winter stark gestiegen sind, was vor allem auf die Nachfrage aus dem Ausland zurückzuführen ist”, erläutert Kopetz. Betrachtet man aber die Entwicklung der letzten Jahre, dann ging diesem Anstieg eine mehrjährige Talfahrt voran.”

Zwischen 2002 und 2005 seien die Pelletspreise kontinuierlich gesunken, erst seit dem Vorjahr ginge es wieder bergauf, wobei der Durchschnitt von 2006 etwa das Niveau des Jahres 2001 erreicht hätte. “Im Gegensatz dazu sind die Heizölkosten in den letzten Jahren um über 60 % gestiegen, seit 2003 geht die Preisschere zwischen Heizöl und Pellets krass auseinander.”

Pellets einlagern

Der Vorsitzende weiter: “Die ungeheuer dynamische Entwicklung am Pelletsmarkt stellt eine große Herausforderung für die Rohstoffversorgung dar. Wir empfehlen daher, jetzt bereits Pellets für die kommende Heizperiode einzulagern.” So bliebe noch ausreichend Zeit für die Pelletsindustrie bzw. für die Forstwirtschaft auf die wachsende Nachfrage zu reagieren.

“Die höheren Pelletspreise haben den positiven Effekt, dass sich nicht nur Sägenebenprodukte, sondern auch andere Rohstoffe, wie Durchforstungsholz oder Biomasse aus raschwüchsigen Energiewäldern, für die Produktion von Pellets rechnen werden.” Damit stünde ein außerordentlich großes Rohstoffpotential zur Verfügung, mit dem der steigende Bedarf auch langfristig gedeckt werden kann.

Für alle, die sich ihr persönliches Energiekostenprofil erstellen wollen, bietet der Österreichische Biomasse-Verband auf seiner Webseite einen Online-Heizkostenrechner.

(Vgl. Meldung vom 2006-07-04.)

Source: Oekonews vom 2006-07-28.

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