8 Januar 2003

Österreich: Preisträger des Wettbewerbs „Intelligente Anwendungen Nachwachsender Rohstoffe“

(Originaltitel: “And the Winner is ...”)

Nach den Wettbewerben „Haus der Zukunft (Neubau)“ (2000) und „Altbau der Zukunft” (2001) im Rahmen des Impulsprogramms Nachhaltig Wirtschaften stehen nun die Preisträger des Wettbewerbs „Intelligente Anwendungen Nachwachsender Rohstoffe“ fest. Der jüngste Wettbewerb hat als Begleitmaßnahme zur zweiten Ausschreibung „Fabrik der Zukunft“ die Ziele, bereits realisierte Initiativen und Produkte im Bereich der stofflichen Nutzung Nachwachsender Rohstoffe auszuwählen, zu prämieren und öffentlich zu präsentieren (vgl. Meldungen vom 2002-06-05 und 2002-05-10). Insgesamt wurden 9 innovative Einreichungen prämiert, von denen hier 3 Preisträger und eine Anerkennung vorgestellt werden:

„Rapsasphalt“: Preisträger Österreichische Vialit GmbH
Die in der Straßensanierung zur Anwendung kommenden Oberflächenbindemittel (Bitumenemulsionen fossilen Ursprungs) werden zur besseren Verarbeitung mit Gasölen oder Testbenzinen versetzt. Rapsasphalt beschreibt die Alternative, diese zugesetzten Lösungen und je nach Sorte und Einsatzgebiet, auch Teile des Bitumens selbst, durch Rapsöl zu ersetzen. Der Abrieb des Asphalts wird dadurch umweltfreundlicher und abbaubarer. Der Belag selbst hat positive Eigenschaften. (Vgl. Meldung vom 20020617.)

Die Welt des individuellen Bauens mit Holz: Preisträger Holzsystembau Ganaus Georg
Die unter der Marke Naturiâ vertriebenen Vollholzwände im Innen- und Außenbereich können in beliebiger Länge und Dicke sowie aus beliebig vielen Holzarten gebaut werden. Die sonst nachteiligen Eigenschaften des Holzes – das Verziehen bei Alterung und unterschiedlichen Witterungsbedingungen – werden bei diesen Wandelementen positiv genutzt. Das Verziehen des Holzes führt zu einer kraftschlüssigen Verbindung der puzzleteilähnlichen Elemente ohne den Zusatz von Klebstoffen oder Dübel und sorgt für Winddichtheit.

„Qualitymix Edaphos“: Preisträger Quarzsande GmbH
Aus Waschschlämmen aus der Sandaufbereitung und aus Kompost wird ein Torfersatz hergestellt. Die Entwicklung eines Torfersatzes ist grundsätzlich positiv und ökologisch sinnvoll, da Torf hauptsächlich in schützenswerten Naturlandschaften gewonnen wird. Quarzsand ist derzeit ein reines Abfallprodukt und wird auf Deponien gebracht, da er für den Einsatz in der Bauindustrie zu tonig ist. Der Preisträger sieht das Marktpotenzial dieses Torfersatzes derzeit hauptsächlich auf Golfplätzen. Jedoch kann daraus ein Massenprodukt entstehen, das in jedem Baumarkt, z. B. für Anwendungen in Grünanlagen, erhältlich sein könnte.

Fa. Lenzing AG: Anerkennung für nachhaltige Strategien des Managements
Die beiden Einreichungen der Lenzing AG, „Beginn eines neuen Zeitalters in der Cellulosefaserherstellung“ und „Rainbow – eine Innovation in der Färberei“ beschreiben großindustrielle Projekte, die bedeutende Mengen an nachwachsenden Rohstoffen umweltfreundlich verarbeiten. Die Lenzing AG richtet schon seit Jahren ihre Unternehmensentscheidungen strategisch nach Kriterien der Nachhaltigkeit aus. Daher wurde der Firma eine Anerkennung für nachhaltige Management-Strategien und für langjährige Leistungen im Bereich Holzverarbeitung vergeben. (Vgl. Meldungen vom 2001-10-30 und 2001-03-08.)

Die oben angeführten Projekte werden in einer Broschüre dargestellt sowie auf der unten genannten Website präsentiert.

Auskunft:
Mag. Hannes Bauer, Dipl.-Ing. Brigitte Weiss
Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien (BMVIT)
Rosengasse 4
A-1010 Wien
E-Mail: hannes.bauer@bmvit.gv.at
Internet: http://www.nachhaltigwirtschaften.at

(Vgl. Meldung vom 2003-01-08.)

Source: Mitteilungen der Fachbereichsarbeitsgruppe "Nachwachsende Rohstoffe" der Bundesanstalt für Landtechnik (BLT), Wieselburg, Ausgabe Blatt Nr. 26 - Dezember 2002.

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