19 Juli 2004

Österreich im Raps-Engpass: Nachschub für Biodiesel-Produktion geht aus!

Klima für viele Anbauer zu riskant - Preise zu niedrig

Der Murecker Biodiesel-Erzeuger “Südsteirische Energie und Eiweißerzeugung GmbH (SEEG)” hat Rohstoffprobleme, denn neben Altspeiseöl und Tierfett wird auch Raps als Hauptrohstoff für die Biodieselerzeugung benötigt. “Normalerweise fahren wir bei der Biodiesel-Erzeugung rund um die Uhr im Dreischicht-Betrieb – was die Anlage hergibt”, erklärt Karl Totter, Obmann der Betreibergesellschaft, “aufgrund des Rohstoffmangels kommt es zur Zeit jedoch vor, dass wir an den Wochenenden mit der Produktion aussetzen müssen.”

Da von den ursprünglich 1.000 Hektar Anbaufläche für Raps in der Süd-, Ost- und Weststeiermark vor dem EU-Beitritt Österreichs nur noch etwa 400 Hektar verblieben seien, sei es nun dringend vonnöten, Motivationsarbeit bei den regionalen Anbauern zu betreiben, unerlässlich vor allem, “da ab 2005 zwei Prozent aller Treibstoffe für den mobilen Bereich ökologischer Herkunft sein müssen”, aber: “Der ungünstige Preis gegenüber Mais und Getreide schreckt unsere Bauern davon ab, Raps anzubauen”, ist Totter überzeugt.

Siegfried Klobassa, Obmann der Radkersburger Bezirksstelle der Landwirtschaftskammer, sieht die Gründe für den markant zurückgegangenen Rapsanbau eher in der schwierigen Kultivierung. Raps-Bauer Tschiggerl aus Halbenrain bringt dies auf den Punkt: “Das wirkliche Problem ist, dass in unserer Region der Ertrag beim Raps viel stärker vom Wetter abhängt, als etwa bei Mais oder Getreide”, verweist er auf die aufgrund der Dürre miserabel ausgefallenen Ernten der letzten beiden Jahre.

“Die Entscheidung, ob im nächsten Jahr wieder mehr Raps angebaut wird, wird dieser Tage gefällt”, meint Totter. Zunächst ist die Ernte in vollem Gang – Anfang September soll die nächste Saat erfolgen.

(Vgl. Meldung vom 2004-07-12.)

Source: Kleine Zeitung vom 2004-07-19.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email