14 Juli 2005

Österreich: Erste Biogasanlage auf Basis nachwachsender Rohstoffe in Betrieb genommen

Strom aus Gras in Strem - wichtige Einkommensalternative für bäuerliche Betriebe

Strom aus Gras, Wasser und Mais wird ab sofort in Strem (Bezirk Güssing) produziert. Dort wurde nun eine Biogasanlage eröffnet, die nur nachwachsende Rohstoffe verarbeitet.

In Strem entsteht damit ein Biogas-Kompetenzknoten: In zwei Blockheizkraftwerken mit je 500 kW Leistung werden täglich rund 50 Tonnen Substrat in Form von Mais- und Grassilage sowie Wasser zur Biogasgewinnung und in der Folge zur Stromproduktion verarbeitet. Die Investitionskosten für die erste derartige Anlage in Österreich betragen laut Agrar-Landesrat Niki Berlakovich (ÖVP) 2,1 Millionen Euro. Das Land fördert die Mehrkosten der Pilotanlage mit 186.000 Euro, der Rest wird über den Ökostrom-Einspeistarif finanziert.

In Strem existiert bereits eine Biomasse-Fernwärmeanlage. Begleitet wird der Betrieb durch ein Forschungsprojekt des Kompetenznetzwerks ReNet Austria. Ziel der Arbeit sei es, in Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Planern, Anlagenbauern und Betreibern die Praxis der Biogasproduktion zu verbessern, so Berlakovich. Die Kosten des Forschungsprojektes von 867.000 Euro werden zu 60 Prozent von Bund und Land getragen.

Im Burgenland sind derzeit sieben Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von über 3 MW elektrischer und 9 MW thermischer Energie in Betrieb. Fünf weitere Anlagen befinden sich in der Umsetzungsphase.

“Strem ist nun einer der drei Biogas-Kompetenzknoten in Österreich, wo an der Verbesserung der Biogasproduktion gearbeitet wird”, so Berlakovich. Für die bäuerlichen Betriebe der Umgebung biete die Verarbeitung von nachwachsenden Rohstoffen wie Mais und Gras eine wichtige zusätzliche Einkommensalternative.

Source: Burgenland-News vom 2005-07-13.

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