26 Juni 2009

Österreich: Biomasseheizungen überholen Ölbrenner beim Absatz 2008

Vornorm für Strohpellets in Vorbereitung

Biomasseheizungserhebung_2008-1.jpgDie Hochpreissituation bei Heizöl im vorigen Sommer und die attraktiven Förderungen haben viele heimische Haushalte bewogen, auf eine moderne Pellets-, Stückholz- oder Hackgutheizung umzustellen.

Nach einem schlechten Verkaufsjahr 2007 wurden 2008 im Kleinanlagenbereich bis 100 kW Leistung die bisher meisten Biomasseheizungen in Österreich errichtet. Es wurden 11.100 Pelletsfeuerungen, das sind beinahe dreimal so viele Anlagen als im Jahr davor, installiert. Moderne Stückholzkessel konnten um 50% auf 7.400 Stück und Hackgutheizungen mit 4.100 Stück knapp 30% zulegen.

Während die Ölheizung mit 4.100 Stück weiter stark an Marktanteilen verliert und fast nur mehr im Sanierungsbereich verwendet wird, konnten Heizungswärmepumpen einen Zuwachs von 21% auf 12.600 Anlagen verzeichnen. Für Heizungswärmepumpen herrscht vor allem im Neubau und somit Niedrigenergiehausbereich reges Interesse. Gleich blieb die Anzahl der neu errichteten Gasheizungen (Standkessel und Gasthermen) mit rund 40.000 Stück. Von den insgesamt 79.300 Heizungen im Kleinanlagenbereich, die im Vorjahr errichtet wurden, hatten die 22.600 Biomasseheizungen bereits einen Anteil von beinahe 30%.

Neu errichtete Heizanlagen bis 100 KW
Insgesamt sind in Österreich 2,28 Millionen Zentralheizungsanlagen in Betrieb. Davon werden 500.000, das sind 22%, mit Scheitholz, Hackgut oder Pellets, 794.000 oder 35% mit Heizöl und 912.000 oder 40% mit Erdgas befeuert. Innerhalb der Holzheizungen sind 107.000 Hackgut- und Pelletskessel im kleinen Leistungsbereich in Betrieb, das heißt jede fünfte Biomassezentralheizung ist bereits automatisiert und hinsichtlich Komfort einer Öl- oder Gasheizung beinahe gleichzusetzen. Aber auch moderne Stückholzkessel, derzeit rund 80.000 Anlagen, stehen technisch weit über den sogenannten Allesbrennerkesseln. Durch lange Nachlegeintervalle und ausgestattet mit Pufferspeichern wird ein Durchheizen über die gesamte Heizperiode ermöglicht. Mit Solaranlage kombiniert fällt auch im Sommer das Einheizen großteils weg.

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Kaminöfen sind wieder stark gefragt
Österreichweit wurden im Jahr 2008 rund 44.000 Einzelöfen verkauft. Davon waren ein Drittel Heizkamine und Kachelöfen, rund 3.500 Herde und 26.000 Kaminöfen. Gerade in Niedrigenergie- oder Passivhäusern werden Einzelöfen mehr nachgefragt, da sie mit ihrer geringen Leistung gut an den Wärmebedarf des Hauses angepasst werden können. Mit Sichtfenster ausgestattet vermitteln diese Öfen eine heimelige Atmosphäre. Aber auch als Zusatzheizung in älteren Gebäuden, um in der Übergangszeit die Öl- oder Gasrechnung zu reduzieren, finden sie gerne Verwendung.

Biomasseanlagen im größeren Leistungsbereich
Anlagen mit über 100 KW versorgen Kommunalbauten, Mehrgeschosswohnbauten, Nah- und Fernwärmenetze sowie Gewerbe- und Industriebetriebe mit Wärme. Es wurden 639 Anlagen mit einer Leistung zwischen 101 und 1.000 kW errichtet. Bei den 57 Anlagen über 1.000 kW war die installierte Gesamtleistung nur mehr halb so hoch, verglichen mit den Jahren 2005 und 2006. In diesen Jahren wurden die Ökostromanlagen errichtet.

Energie vom Acker
Speziell in waldärmeren Regionen im Osten Österreichs ist das Interesse an der Verbrennung von Miscanthus-, Energiekorn und Stroh sehr hoch. Waren vor einigen Jahren noch beträchtliche technische Schwierigkeiten wie niedriger Ascheschmelzpunkt oder Korrosion an der Tagesordnung, so gelang es einigen Herstellern weitgehend praxistaugliche Geräte zu entwickeln, die auch hinsichtlich Emissionen und Lebensdauer der Kessel vielversprechend erscheinen. Selbst bei Anlagen für Strohpellets, einem der schwierigsten Brennstoffe unter den Biomassebrennstoffen, gibt es bereits gute Entwicklungen. Die angebotenen Kessel sind meist für Holzpellets und/oder Hackgut typengeprüft, jedoch mangels gesetzlicher Regelungen für die Emissionsgrenzwerte nicht für Miscanthus, Energiekorn oder Stroh. Der Betrieb damit bedarf einer Einzelgenehmigung.

Abgeschlossen ist hingegen die sogenannte Standardisierung dieser Brennstoffe für Energiekorn und Miscanthushäcksel, -brikettes und -pellets. Eine ÖNORM Vornorm für Strohpellets ist in Ausarbeitung. Diese Normen sind für eine künftige Typenprüfung der Kessel von Bedeutung. Bei der Verwendung von Holz aus Kurzumtriebsflächen in Biomasseanlagen ist auf die Eignung des Heizkessels zu achten. Frisch geerntetes Material kann aufgrund des hohen Wassergehaltes von 50% in Kleinanlagen nur nach natürlicher oder künstlicher Nachtrocknung verfeuert werden. In Großanlagen ist entsprechend der Herstellervorgaben frisches Holz aus Kurzumtriebsflächen einsetzbar.

Weitere Informatinoen
Landwirtschaftskammer Niederösterreich: Biomasseheizungserhebung 2008 (PDF-Dokument)

Source: Landwirtschaftskammer Niederösterreich, 2009-05-28.

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