20 Januar 2006

Öl aus Biomasse

Die ablative Flash-Pyrolyse ist eine relativ neue Technologie, mit der sich Biomasse wie Holz oder Stroh durch thermische Zersetzung in Pyrolyse-Öl, Kohle und Gas umwandeln lässt.

Das von der Firma PYTEC (Lüneburg) realisierte BtO-Verfahren (Biomass-to-Oil) unterscheidet sich von traditionellen Pyrolysemethoden in zwei wesentlichen Punkten:

Der Einsatzstoff unterliegt einer extrem hohen Aufheizungsgeschwindigkeit und befindet sich nur für wenige Sekunden in der heißen Reaktionszone – daher die Bezeichnung Flash-Pyrolyse.

Ablativ wird das Verfahren deshalb genannt, weil Biomasse direkt an einer heißen Oberfläche verdampft wird. Daher entfällt die Zerkleinerung des Aufgabegutes und das Verfahren kommt mit geringerem Energieeinsatz aus.

Seit Februar 2003 betreibt die Lüneburger Firma mit Erfolg eine Technikumsanlage, um die neue BtO-Technologie zu erproben.

Die weltweit erste Flash-Pyrolyse- Anlage im großindustriellen Maßstab wurde im August 2005 in Betrieb genommen. Sie steht auf dem Gelände des Sägewerks der Firma Hagenah im Landkreis Cuxhaven.

Hier verarbeitet die Anlage täglich 6 t Holzhackschnitzel zu 4,2 t Pyrolyse-Öl und je 0,9 t Gas und Holzkohle. Zur energetischen Verwertung der produzierten Biokraftstoffe dient ein entsprechend angepasstes Blockheizkraftwerk (BHKW), das Strom und Wärme für den Betrieb des Sägewerks liefert.

Die Verstromung des Pyrolyseöls in einem BHKW ist im Vergleich zur Verbrennung von Holzhackschnitzeln mit einem höheren Wirkungsgrad verknüpft.

Darüber hinaus kann das Pyrolyseöl wie Erdöl leicht gelagert und transportiert werden, nämlich genau dorthin, wo es auch gebraucht wird. Es lässt sich allerdings ohne Veredelungsstufen nicht in Kraftfahrzeugen verwenden.

(Vgl. Meldungen vom 2005-06-02 und 2004-11-10.)

Source: DBU-Newsletter Jan. 2006.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email