14 November 2008

Öko-Kritierien für den Energieholzanbau

NABU legt Studie zu Kurzumtriebsplantagen vor

Angesichts einer zunehmenden Nachfrage nach Holz für die Strom- und Wärmeproduktion hat der NABU mit Förderung des Umweltbundesamts eine Studie zur Umweltverträglichkeit von Plantagen mit schnellwachsenden Hölzern vorgelegt. “Energieholzplantagen erbringen hohe Erträge und hohe Treibhausgas-Einsparungen bei geringen Kosten. Aus Klima- und Umweltsicht sind sie damit gegenüber bisherigen Bioenergieverfahren wie Rapsdiesel oder Biogas aus Silomais im Vorteil”, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

nabu-studie_energieholz.jpgAuch aus Sicht des Naturschutzes böten Kurzumtriebsplantagen aus Pappeln oder Weiden durchaus Chancen, da sie hochwertiger und umweltverträglicher einzuschätzen seien als intensiv genutzte Ackerkulturen. So profitiere die Tier- und Pflanzenwelt auf einer Energieholzfläche gegenüber den Anbauflächen von Mais und Raps von der längeren Bodenruhe, dem geringeren Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie den geringeren Störungen. Daher komme die NABU-Studie zu dem Ergebnis, dass durch die Anlage der Flächen in ausgeräumten Ackerbauregionen positive Auswirkungen für Natur und Umwelt zu erwarten seien.

Wie alle großflächig angebauten Monokulturen könnten Energieholzplantagen jedoch auch dazu beitragen, dass Landschaften eintönig sowie arten- und strukturarm werden. Die NABU-Studie empfiehlt deshalb klare Rahmenbedingungen für eine natur- und umweltverträgliche Anlage von Kurzumtriebsflächen. Hierzu gehöre die Festlegung von Tabu- und Vorrangflächen sowie Mindestabständen zu wertvollen Biotoptypen. So seien naturschutzfachlich wichtige Gebiete wie Feuchtwiesen, Bachauen, Brachflächen oder Offenlandgebiete mit Wiesenbrütervorkommen strikt von einem Energieholzanbau freizuhalten. Bei der Anlage sollten kleine, strukturierte Energieholzflächen, die Verwendung unterschiedlicher Baumarten, vielfältige Alters- und Randstrukturen sowie die Nutzung von Ackerstandorten bevorzugt werden.

Nicht zuletzt aufgrund der zunehmend kritischen Öffentlichkeit gegenüber der Bioenergie müssten negative Konsequenzen für Klima, Wasserhaushalt oder Biodiversität nach Auffassung des NABU dringend vermieden werden. “Wenn es gelingt, konkrete Empfehlungen in die Förderpolitik und in künftige Anbaustrategien zu integrieren, könnten zahlreiche Synergieeffekte zwischen Klima- und Naturschutz erreicht werden”, so Tschimpke weiter.

Weitere Informationen
Studie Energieholzproduktion in der Landwirtschaft (PDF-Dokument, 1,3 MB)

Source: Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), Pressemitteilung, 2008-11-12.

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