6 April 2004

Öko-Häuser aus Holz

Auch ohne Chemie schützt Holz vor jedem Wetter und vor Elektrosmog

Die Artikel, Radio- und Fernsehreportagen über heimisches Holz und daraus hergestellte Holzhäuser häufen sich in den Medien. So langsam scheint sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine lange Zeit von “Betonköpfen” und “Massivhausbranche” verdrängte, uralte Baukunst wieder durchzusetzen. Und das ist gut so. Denn die Verwendung von in unseren Forsten und Wäldern gewachsenen Bäumen hilft dem Klimaschutz, der regionalen Wirtschaft und auch uns selbst. Denn biologisch gebaute Holzhäuser bieten nicht nur ein gesundes Wohnraumklima, sie schützen auch vor Elektrosmog (Mobilfunkstrahlen) von außen. Letztlich können Holzhäuser auch eine dauerhafte Geldanlage sein, weil sie – anders als Beton – uralt werden können, vor allem wenn der verwendete Baustoff so genanntes Mondholz oder Mondphasenholz ist.

Holz ist ein traditioneller, nachwachsender Rohstoff, der sich gut und Energie sparend verarbeiten lässt und zudem in seiner Substanz das Treibhausgas Kohlendioxid der Atmosphäre entzogen und gespeichert hat. Die Ernte von Holz wiederum gehört schon seit Jahrtausenden zu unseren Waldökosystemen, wie die Jagd oder das Sammeln von Nüssen und Kräutern. Am schonendsten für Boden und Tierleben ist es, wenn die Holzernte im Winter erfolgt, denn Holzfällung und Holzabtransport hinterlassen im gefrorenen Boden nur geringe Spuren, und zahlreiche Tierarten halten zu dieser Zeit gut eingegraben Winterschlaf oder sind in den Süden geflogen. Dass gerade im Winter geschlagene Bäume außerdem besonders hochwertiges und gut zu verarbeitendes Holz liefern, zeigt, wie sinnvoll es die Natur doch eingerichtet hat.

Wie Richard Stark von der Universität Weihenstephan herausgefunden hat, wussten bereits die Menschen vor über 2000 Jahren, dass Bäume nicht das ganze Jahr über, sondern nur zu bestimmten Zeiten gefällt werden sollten. So findet sich in der ältesten religiösen, indischen Literatur etwa 1000 bis 400 v. Chr. das Gebot, Holz zur “richtigen Zeit” zu fällen. Dabei empfahlen die uralten Holzbaumeister fast durchgängig die Winterfällung. Darüber hinaus sollte das Holz in der kalten Jahreszeit möglichst bei abnehmenden Mond gefällt werden, was heute als Mondphasenholz bekannt ist. Laut Richard Stark habe bereits Plinius vor knapp 2.000 Jahren festgestellt, dass “bei Vollmond oder zunehmenden Mond gefälltes Holz für Bauplätze und Werkstätten ungeeignet ist.”

Besser sei das während des abnehmenden Mondes eingeschlagene Holz, da dieses nicht von Fäulnis angegriffen wird. Diese antiken Erfahrungen decken sich mit den Bauernregeln und Forstordnungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert, in denen gleichfalls die Winterfällung und die Beachtung der Mondphasen vorgeschrieben wird. “Werk- und Bauholz darf erst nach dem 23. Oktober im Zeichen Skorpion und bei abnehmendem Mond bis Ende Februar geschlagen werden”, so eine Forstordnung aus dem Jahre 1606, die außerdem darauf hinweist, dass bei nicht Einhaltung dieser Vorschrift “eine gebührliche Strafe” fällig sei.

“Wer sein Holz um d’ Christmett fällt, dem sein Haus wohl zehnfach hält”
Die positiven Erfahrungen von Bauleuten, Zimmerern, Schreinern und Holzfällern vergangener Jahrhunderte mit Mondholz decken sich mit den Erkenntnissen heutiger alternativer und auf Tradition bedachter Holzexperten. “Das Mondphasenholz, also das bei abnehmendem Mond (Neumond) eingeschlagene Holz ist widerstandsfähiger gegen Insektenbefall, weist eine höhere Dichte auf und ist dadurch statisch besser”, so der Fachmann einer Sägerei aus dem Schwarzwald. Freilich gibt es auch heute noch Mondholz kritische Forst- und Holzexperten, die – wie die Monokulturfetischisten der deutschen Forstwirtschaft des 19. und 20. Jahrhunderts – die Vorteile des Mondphasenholz ins Reich der Esoterik und des Aberglaubens verdrängen.

Somit müssen letztlich wieder die Verbraucher selbst entscheiden, wem sie glauben sollen. Unbestritten jedoch ist, dass das im Winter geschlagene Holz generell ökologischer als das in anderen Jahreszeiten geerntete ist.

Holzhäuser sind behaglicher
Unabhängig ob Mondholz- oder konventionelles Holzhaus, es wohnt sich generell in gut gebauten Holzhäusern angenehmer. So hat zum Beispiel das finnische Bauforschungsinstitut VTT wissenschaftlich nachgewiesen, dass unlackierte Holzoberflächen Feuchteschwankungen in der Raumluft abpuffern und diese im als “behaglich” empfundenen Bereich von 30 – 55% relative Luftfeuchte im Gleichgewicht halten. Eine besondere Eigenschaft von Vollholzhäusern ist auch ihre Fähigkeit, Elektrosmog abzuschirmen. Eine Studie der Bundeswehr-Universität zeigt, dass eine 35 Zentimeter dicke Holzwand bis zu 95 Prozent vor elektromagnetischen Mobilfunkstrahlung schützen kann. Schließlich hat der Rohstoff Holz von Natur aus gute Wärmedämmeigenschaften, so dass sich relativ problemlos Energie sparende Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser aus Holz bauen lassen. Ein Passivhaus ist einfach ausgedrückt ein Gebäude, das selbst im Winter ohne zusätzliche Heizung auskommt und damit praktisch nicht nur wenig, sondern “Null” Energie zum Heizen verbraucht. Erst kürzlich wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ein neuer, mit Holz als Passivhaus gebauter Kindergarten im Emsland gelobt. Langfristig zahlt sich ein Holzpassivhaus übrigens auch im eigenen Geldbeutel aus. Angaben der ARGE Holzbau Niederösterreich zufolge amortisieren sich die Mehrkosten für ein 160 Quadratmeter-Holzpassivhaus von rund 15 Prozent gegenüber denen eines herkömmlichen Niedrigenergie-Hauses schon nach fünf Jahren durch die deutlich geringeren Betriebskosten. [

Internet-Tipps:

Holz, Holzbau, Mondholz
www.wood.uni-goettingen.de/pdf-dateien/holzbau.pdf
www.holzhausbau-info.de/baufoerderung.php
www.holzkompetenz.de/kontaktneu.htm
www.laeufer-holz.de/mondphasenholz.htm
mondphasenholz.naturklimahaus.de/
www.saghaeusl.de/
khries.de/mondholz.htm
www.chiemgauholz-ev.de
www.holzundlehmbau.de/neh.htm

Passivhaus
www.passivholzhaus.de
www.passiv.de

Elektrosmog
www.elektrosmog.com

Source: Der Spatz - Alternativer Anzeiger für Bayern vom 2004-03-09.

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