17 Juli 2008

OECD fordert Verbrauchssenkung statt Biokraftstoffe

Biokraftstoffförderungen sind nicht effizient

Nach Einschätzung der OECD trägt die Förderung von Biokraftstoffen in Europa und Nordamerika “nur minimal” zum Klimaschutz bei. Bei einer Fortsetzung der gegenwärtigen Förderpraxis könnte der Ausstoß von Treibhausgasen im Verkehr bis zum Jahr 2015 bestenfalls 0,8 Prozent geringer ausfallen. Die Förderung, für die Verbraucher und Steuerzahler aufkommen müssten, sei nicht effizient. Die OECD empfiehlt, im Verkehrsbereich stärker auf eine Verbrauchssenkung und weniger auf alternative Kraftstoffe zu setzen.

Laut OECD haben Verbraucher und Steuerzahler in der EU, den USA und Kanada im Jahr 2006 für die Biosprit-Förderung 6,9 Milliarden Euro ausgegeben. Bis 2015 werde sich der Betrag nach heutiger Politik auf 15,7 Milliarden Euro jährlich erhöhen, erklärte die Organisation. Die Vermeidung von Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) durch die Förderung von Ethanol und Biodiesel in Nordamerika und Europa koste damit zwischen 960 und 1700 Dollar pro Tonne. Im EU-Emissionshandel seien es pro Tonne CO2 dagegen nur rund 30 Dollar.

Die CO2-Einsparungen seien bei gegenwärtiger Technik im Vergleich zu herkömmlichen Treibstoffen in den USA besonders gering, hieß es. Das dort aus Mais hergestellte Ethanol vermindere die CO2-Emissionen nur um etwa 10 bis 30 Prozent. Bei Biodiesel aus Pflanzenöl gab die Organisation den Wert mit 40 bis 55 Prozent an. Deutlich höher sei der Umweltbeitrag bei brasilianischem Zuckerrohr. Wer damit fahre, verringere den Treibhausgasausstoß um 80 bis 90 Prozent.

Auch habe sich die Hoffnung nicht erfüllt, dass die Biokraftstoffe eine wirtschaftliche Alternative zu fossilen Kraftstoffen werden könnten, erklärte die OECD. Bei vielen Kraftstoffsorten habe sich wegen der rasant gestiegenen Kosten der Preisabstand zu herkömmlichem Benzin und Diesel sogar noch erhöht. Lediglich Ethanol aus Zuckerrohr sei derzeit billiger zu produzieren als Benzin.

Weitere Informationen

Source: afp, 2008-07-16.

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