3 Januar 2011

Nutzungsmöglichkeiten von Miscanthus noch lange nicht ausgeschöpft

Verschiedene Forschungsprojekte konnten vielfältige Anwendungsfelder erschließen

Aktuelle Aktivitäten und Möglichkeiten im Bereich der stofflichen und energetischen Nutzung von Miscanthus wurden beim Miscanthus-Fachgespräch im vergangenen Oktober am Deutschen BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) vorgestellt und diskutiert. Übereinstimmender Tenor der geladenen Experten war, dass die Nutzungsmöglichkeiten von Miscanthus noch lange nicht ausgeschöpft sind.

“Miscanthus-Pellets erscheinen unter den derzeitigen rechtlichen Rahmenbedingungen der ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen – 1. BImSchV) und den technischen Möglichkeiten als eine der vielversprechendsten Alternativen zu Holzpellets als erneuerbarer Brennstoff für Kleinfeuerungsanlagen”, sagte zum Beispiel Volker Lenz, Leiter des Bereiches “Thermo-chemische Konversion” in seinem Vortrag ” Nutzung alternativer biogener Festbrennstoffe im DBFZ”.

Prof. Dr. Ralf Pude vom Forschungsbereich Nachwachsende Rohstoffe der Universität Bonn und Vorsitzender der Internationalen Miscanthus-Vereinigung MEG e.V. erklärte in seinem Referat “Die low-input Pflanze Miscanthus mit speziellen Eigenschaften für die stoffliche und energetische Nutzung”, dass “die Eigenschaften von Miscanthus in verschiedenen Forschungsprojekten optimiert wurden und die Pflanze nun sehr vielfältig einsetzbar ist. So zum Beispiel beim Bauen und Heizen aber auch als Tierstreu.”

Nikolaus Ernest von der Firma iSOWOOD GmbH präsentierte danach Einsatzmöglichkeiten von Naturfasern im Automobilbau: Sie werden u. a. bei Türinnenverkleidungen, Armaturentafeln sowie Hutablagen in Autos eingesetzt. “Weitere Anwendungsbereiche im Non Automotive Bereich wurden bereits angedacht bzw. sind in Umsetzung”, sagte Ernest.

Miscanthus giganteus, auch als Riesen-Chinaschilf bezeichnet, ist eine anspruchsarme C4-Nutzpflanze, die Wuchshöhen bis zu 4 m erreichen kann. Miscanthus bietet aufgrund hoher Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften sowie angesichts hohen Sorptionsvermögens Vorteile für die Entwicklung neuartiger Produkte wie z.B. in der Bau-, Automobil- und Zellstoffindustrie oder im Gartenbau im Bereich der stofflichen Nutzung.

Außerdem besitzt Miscanthus, unter Betrachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen, auch als standardisierter Alternativbrennstoff zu Holz Marktchancen für den Einsatz in kleinen und mittleren Feuerungsanlagen. Als mehrjährige Pflanze unterscheidet sich Miscanthus giganteus in seiner Anwendung deutlich vom etablierten Holzeinsatz, da wesentliche Parameter, etwa problematischere Verbrennungsparameter, wie die Ascheeigenschaften, deutlich abweichen. Neben einer energetischen Nutzung von Miscanthuspellets in Kleinfeuerungsanlagen verspricht zukünftig auch die Anwendung von Vergasungstechniken im kleinen, dezentralen Bereich hocheffiziente Verstromungsraten.

Source: energie-experten.org, 2011-01-03.

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