14 Februar 2005

NRW: Umweltministerium fördert Einsatz von Bioethanol und Rapsöl in Fahrzeugen der öffentlichen Verwaltung

Noch sind Autos, die mit Bioethanol oder mit reinem Rapsöl aus nachwachsenden Rohstoffen fahren eher die Ausnahme. Um den Einsatz dieser klimaschonenden Treibstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zu fördern, hat das nordrhein-westfälische Umweltministerium jetzt ein Förderprogramm für Modellprojekte von Fahrzeugflotten der öffentlichen Verwaltungen aufgelegt. Alle nordrhein-westfälischen Kommunen, Landkreise, Wasserverbände und die beiden Landschaftsverbände können Anträge stellen. Mit maximal 80 Prozent unterstützt das Umweltministerium z.B. die Umrüstung von Fahrzeugen, die auf den Betrieb mit Bioethanol oder reinem Rapsöl ausgerichtet sind. Mit den Städten Köln, Aachen, Münster und dem Kreis Steinfurt gibt es bereits erste Interessenten. Solche städtischen Flotten sind nicht auf ein bundesweit flächendeckendes Netz von Tankstellen angewiesen, sondern “übernachten” meist im eigenen Betriebshof mit eigener Tankstelle.

“Treibstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gewinnen stark an Bedeutung, weil mit ihnen sowohl die Abhängigkeit vom Mineralöl verringert als auch der Ausstoß von Treibhausgasen aus dem Verkehr erheblich gemindert werden kann,” erläuterte die nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn heute bei der Vorstellung des Förderprogramms in Köln. “Weg vom Öl ist die Devise der Zukunft auch aus wirtschaftlicher Sicht. Energiepflanzen wie Zuckerrüben, Raps oder Getreide, die auf unseren Feldern angebaut und in heimischen Werken verarbeitet werden, sorgen bei uns für die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen. Nach neuesten Schätzungen geht die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe davon aus, dass bis zum Jahr 2020 die Biotreibstoffe bis zu 25 Prozent des deutschen Treibstoffverbrauchs decken können. Bleibt die Wertschöpfungskette bei uns, ergibt sich daraus ein Arbeitsplatzpotential von 175.000 Arbeitsplätzen.”

Die Nutzung von Bioethanol (E85) in Benzinmotoren mit sogenannter Flexibel-Fuel-Vehicle-Technologie (FFV) erfolgt seit einigen Jahren in Schweden, den USA und Brasilien. Mindestens ein deutscher Hersteller wird voraussichtlich Mitte diesen Jahres entsprechende Fahrzeuge auch in Deutschland anbieten. Die Benzinmotoren mit Flexible-Fuel-Technologie können eine beliebige Mischung von Bioethanol und Benzin tanken und sind deshalb nicht an den Einzugsbereich von Tankstellen mit Bioethanol gebunden.

Die Nutzung von reinem Rapsöl für Dieselmotoren setzt im Unterschied zu Biodiesel eine technische Umrüstung der Dieselmotoren voraus, die bisher durch Spezialwerkstätten erfolgt, da sie von den Herstellern nicht angeboten wird. Eine solche Umrüstung ist sowohl für PKW als auch für LKW und andere Nutzfahrzeuge möglich.

Die Treibstoffversorgung der Fahrzeuge mit Bioethanol (E85) bzw. mit reinem Rapsöl kann über die eigenen Betriebstankstellen erfolgen. Das Umweltministerium beteiligt sich mit bis zu 80 Prozent an den Beratungskosten, an der Umrüstung, bzw. an den eventuellen Mehrkosten bei der Neuanschaffung der Fahrzeuge und an der Errichtung oder Umrüstung der Betriebstankstellen.

(Vgl. Meldung vom 2005-02-09.)

Source: MUNLV vom 2005-02-11.

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