2 Oktober 2014

NRW-Umweltminister Johannes Remmel verleiht Klimaschutzpreis für kommunale Holzverwendung

Rheinisch-bergische Gemeinden engagierten sich in vorbildlichem Einsatz

Die Städte Nettersheim, Lohmar sowie die Projektgemeinschaft Leverkusen, Rheinisch-Bergischer und Oberbergischer Kreis wurden von NRW-Umweltminister Johannes Remmel auf der Landesgartenschau NRW in Zülpich für ihr vorbildliches Engagement für den Klimaschutz mit dem Preis des Kommunalwettbewerbs HolzProKlima ausgezeichnet.

Nachdem die globalen Klima-Beratungen in New York hoffnungsvoll endeten, zeigten ausgewählte NRW-Kommunen gestern bei der Preisverleihung des Kommunalwettbewerbs HolzProKlima auf, wie aktiver Klimaschutz auf lokaler und regionaler Ebene funktionieren kann. Als Schirmherr ehrte NRW-Umweltminister Johannes Remmel die Gewinner auf der Landesgartenschau in Zülpich persönlich. Star des Abends war vor 45 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Medien der nachwachsende Roh-, Bau- und Werkstoff Holz.

Kommunaler Klimaschutz – made in NRW

Den ersten Platz belegte die Gemeinde Nettersheim, die für ihr gelebtes Konzept „Holz: sichtbar und spürbar in Nettersheim“ als Gewinner des Kommunalwettbewerbs HolzProKlima in NRW ausgezeichnet wurde. Die Jury lobte dabei den ganzheitlichen Ansatz des Projekts. Der Jury-Vorsitzende Horst. J. Schumacher, Inhaber eines renommierten Fachverlags, begründete die Entscheidung wie folgt: „Die Gemeinde Nettersheim hat die Jury besonders durch die Vielfalt der Holznutzung begeistert. Dies weckt bei der Bevölkerung das Bewusstsein für den Werkstoff Holz und kann vielen Kommunen Impulse für eigene Aktivitäten geben. Hinter dem Projekt steht eine einzigartige Philosophie, die vorlebt, wie die wertvolle Ressource Holz in sämtlichen Lebensbereichen eingesetzt werden kann. So zeigt die Gemeinde Nettersheim einen ganzheitlichen Ansatz auf, der auf einem Klimaschutzkonzept basiert und das Kaskadennutzungsprinzip (Holz erst stofflich und dann energetisch verwenden) in den Wertschöpfungsketten verankert. Zahlreiche Bespiele in der Gemeinde veranschaulichen im stofflichen und energetischen Bereich, wie die positiven Klimapotentiale des Zukunftsrohstoffs Holz umfassend genutzt werden können.“ Als Hauptpreis erhielt die Gemeinde einen Gutschein für neue Spielgeräte von der Firma PieperHolz sowie für WPC-Terrassendielen von der Firma Möller im Gesamtwert von 10.000 €.

Der zweite Preis ging an das Gemeinschaftsprojekt „:metabolon – Bergisches Energiekompetenzzentrum“ mit dem der Oberbergische Kreis, der Rheinisch- Bergische Kreis sowie die Stadt Leverkusen einen Lern-, Kompetenz- und Innovationsort geschaffen haben, der jährlich mehr als 25.000 Besucher über die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der wertvollen Ressource Holz für den Klimaschutz informiert. NRW-Umweltminister Johannes Remmel und die Wettbewerbsjury bedankten sich dafür bei den Kommunen mit einen Warengutschein von der Firma EGGER im Gesamtwert von 5.000 €.

Der Stadt Lohmar wurde für ihre innovativen Holzbrücken mit dem dritten Preis und einem Gutschein der Firma Pfleiderer im Wert von 2.500 € ausgezeichnet. „Mit der Bogenbrücke über die Agger realisierte die Stadt Lohmar eine der längsten Holzbogenbrücken Deutschlands für den Schwerlastverkehr, die dauerhaft ca. 110 Tonnen CO2 aus der Atmosphäre entzieht. Gleichzeitig wurden innovative Lösungsansätze für den konstruktiven Holzschutz entwickelt und mögliche Nachnutzungskonzepte im Rahmen der Kaskadennutzung aufgezeigt. Auch mit weiteren Projekten setzt Lohmar neue Maßstäbe im kommunalen Brückenbau“, so die Begründung der Wettbewerbsjury.

Pilotprojekte mit bundesweitem Vorbildcharakter

Der Kommunalwettbewerb HolzProKlima wurde dieses Jahr zum ersten Mal durchgeführt. Hinter der Initative HolzProKlima stehen 13 Verbände der deutschen Holzwirtschaft, die über das Klimaschutzpotential durch eine intelligente und vermehrte Holzverwendung aufklären. Als erstes und einziges Bundesland mit eigenem Klimaschutzgesetz war Nordrhein-Westfalen der ideale Austragungsort für den Pilot-Wettbewerb. Über vier Monate konnten Kreise und Gemeinden in NRW ihre Wettbewerbsbeiträge einreichen. 14 Fachjurymitglieder hatten Mitte August im Umweltministerium in Düsseldorf die drei Preisträger aus den insgesamt 22 Einsendungen ermittelt.

Umweltminister Remmel freute sich als Schirmherr über das gelungene Finale des von seinem Hause geförderten Wettbewerbs. Der Kommunalwettbewerb HolzProKlima habe deutlich gemacht, wie „richtig und wichtig“ der Ansatz einer vermehrten Holzverwendung ist. Die eingereichten Projekte sollten nun andere Kommunen zur Nachahmung anregen. Um den Holzbau weiter voranzubringen, werde die Landesbauordnung als der wichtigste Bestandteil des öffentlichen Baurechts in NRW noch 2014 „holzfreundlich“ überarbeitet. Beim Klimaschutz nehme Nordrhein-Westfalen eine Schlüsselstellung ein: „Gelingt er hier, wird er auch in Deutschland Erfolg haben.“ Nach dem wegweisenden nordrhein-westfälischen Klimaschutzgesetz erarbeitet die Landesregierung derzeit einen Klimaschutzplan.

Für das Ministerium und die Initiative HolzProKlima war es wichtig zu erkennen, dass in den Gemeinden ein Bewusstsein für das große Klimaschutzpotential, das in einer vermehrten Holzverwendung liegt, vorhanden ist. VHI-Geschäftsführer Dr. Peter Sauerwein, Mitinitiator von HolzProKlima, erklärte dazu: „Fast alle Materialien zum Bauen und Wohnen müssen mit hohem Energieaufwand künstlich hergestellt werden. Holz dagegen wächst durch Sonnenergie und Photosynthese auf natürliche Weise. Statt an die Atmosphäre CO2 abzugeben, entzieht ihr Holz CO2, gibt Sauerstoff an sie ab und speichert den Kohlenstoff. Dieser bleibt so lange gebunden, bis das Holz verbrennt oder verrottet. Daher muss Holz möglichst lange im Kreislauf gehalten werden und zunächst stofflich und erst dann energetisch verwendet werden.“

GBkLwYZoZV3jN7JReaMiDe4JIKtqZv03g4P1LX-AbTk

HolzProKlima Preisträger

Source: HolzProKlima, Pressemitteilung, 2014-09-25.

Supplier

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email