29 November 2005

NRW-Grüne: Heizen mit Weizen und Holz bringt mehr Unabhängigkeit vom Öl

Heizen mit Holz und Weizen bietet aus Sicht der Grünen ein noch weitgehend ungenutztes Energie-Reservoir für Nordrhein-Westfalen. Jedes Jahr würden große Bestände an minderwertigem Getreide als Müll vernichtet, weil es weder für Brot noch für Tierfutter nutzbar sei, sagte der Vizechef der Grünen- Landtagsfraktion, Reiner Priggen, am Freitag in Düsseldorf. Auch die Holzbestände würden nicht annähern genutzt, um eine größere Unabhängigkeit vom Brennstoff Öl zu erhalten, kritisierte der Grüne.

Mit Spanmaterial aus Säge- und Hobelwerken sowie mit bisher nicht genutztem qualitativ minderwertigem Holz könnten rund drei Millionen Ein- bis Zweifamilienhäuser in Deutschland beheizt werden, so Priggen. “NRW gehört mit einem Waldanteil von 26 Prozent zu den Ländern, die hier erhebliches Potenzial haben.”

Dies müsse die neue Landesregierung nutzen, forderte der Grüne. Er warnte die schwarz-gelbe Koalition, dass erfolgreich angelaufene und in diesem Jahr mit sieben Millionen Euro ausgestattete Förderprogramm für den Holzabsatz im Haushaltsjahr 2006 zu beenden. In NRW gebe es bereits 4000 Kessel, die mit Holzpellets heizen. Diese Entwicklung benötige weiteren Anschub.

Priggen unterstützte den Vorstoß des NRW-Umweltministers Eckhard Uhlenberg (CDU) und des Bauernverbands, Getreide als Brennstoff zuzulassen. Das Erzbistum Köln hatte es dagegen in dieser Woche als “unerträglich” bezeichnet, wenn Lebensmittel trotz des Welthungerproblems zum Heizen benutzt würden.

“Ich sehe keinen Unterschied zwischen Raps für Treibstoff und Getreide für die Wärme-Erzeugung”, sagte Priggen. Schon heute gehe nicht für den Verzehr geeignetes Getreide entweder in den Müll oder in die Biogas-Produktion. Er verwies unter anderem auf große Bestände an NATO-Getreide-Reserven, die alle paar Jahre entsorgt werden müssten. Künftig könne aber die Züchtung spezieller Pflanzen für Energiezwecke befördert werden, so Priggen.

Derzeit fehle es allerdings noch an Technik, um mit Schlacke und Asche aus der Getreide-Verbrennung fertig zu werden. “Die Landesregierung sollte sich dafür einsetzen, dass entsprechende Raffinerie-Kapazitäten für biogene Treibstoffe in NRW, zum Beispiel in Kooperation mit der Zuckerindustrie und der Landwirtschaft errichtet werden”, forderte der Grüne. Bislang habe die Regierung keine konkreten Konzepte zur Förderung erneuerbarer Energie erkennen lassen. Nötig seien unter anderem zügigere Genehmigungen von Biogasanlagen und ein Energie-Einsparziel von etwa zwei Prozent des jährlichen Verbrauchs.

(Vgl. Meldung vom 2005-11-09.)

Source: dpa-Meldung vom 2005-11-25.

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