21 November 2005

Novozymes: Bahn frei für Biokraftstoff in Europa

Novozymes, Weltmarktführer für biotechnische Enzyme und Mikroorganismen, bringt ab November 2005 neue Produkte auf den europäischen Markt, die die Herstellung von Biokraftstoff aus Getreide um 20 Prozent effizienter machen. Viscozyme® Wheat, Viscozyme® Barley und Viscozyme® Rye kommen bei Weizen, Gerste und Roggen zum Einsatz, den in Europa vorwiegend angebauten Getreidesorten.

Als Benzinersatz spielt Biokraftstoff in den USA heute bereits eine wichtige Rolle. Das auch als Kraftstoffethanol bekannte Produkt wird dort vor allem aus Mais hergestellt, der in den USA in großen Mengen angebaut wird. Die Produktion von Ethanol war deshalb bisher für Mais optimiert, ein Nachteil für Europa, wo der Anbau von Getreide wie Weizen, Gerste und Roggen überwiegt. Der europäischen Biokraftstoffproduktion waren so Grenzen gesetzt.

Eine Chance, die Produktion von Bioethanol zu steigern und den europäischen Markt für Biokraftstoff zu beleben, bieten nun drei neue, speziell entwickelte Enzyme des dänischen Biotechnologie-Unternemens Novozymes. Viscozyme® Wheat, Viscozyme® Barley und Viscozyme® Rye dienen als Katalysatoren für die Verarbeitung von Weizen, Gerste und Roggen zu Bioethanol und steigern die Effizienz des Verfahrens um zwanzig Prozent.

Eine umweltfreundliche Alternative zu Benzin, interessant für Kraftstoffproduzenten, Verbraucher und Landwirte
Mehrere europäische Produzenten von Kraftstoffethanol haben bereits Interesse an den neuen Enzym-Lösungen gezeigt, die sowohl unter finanziellen als auch ökologischen Gesichtspunkten zahlreiche Vorteile bieten: So tragen die Novozymes-Produkte nicht nur zu einer Effizienzsteigerung der Ethanolproduktion bei, sondern helfen gleichzeitig, Wasser und Energie zu sparen.

Bei der Umwandlung von Weizen, Gerste und Roggen in Kraftstoffethanol entstand bisher eine dickflüssige Maische. Nur mit Hilfe großer Wasser- und Energiemengen konnte dieser Getreidebrei verdünnt und verarbeitet werden. Dieser Arbeitsschritt fällt bei den neuen leistungsstarken Novozymes-Produkten weg: Sie bauen die Komponenten des Getreides so ab, dass die Maische von Anfang an dünnflüssig ist und umgehend weiterverarbeitet werden kann. Durch Enzyme wird der flüssige Getreidebrei im nächsten Arbeitsschritt in Zucker zerlegt und dann zu Ethanol (Alkohol) fermentiert. Das Resultat ist ein CO2-neutraler Treibstoff, der entweder pur oder zusammen mit Benzin in die Fahrzeugtanks gefüllt werden kann.

Ein entscheidendes Argument für Biokraftstoff aus Getreide: Im Gegensatz zu Erdöl handelt es sich bei Getreide um eine erneuerbare Ressource. Zur Schonung der Erdölreserven soll daher zumindest ein Teil des benötigten Fahrzeugkraftstoffs durch Ethanol aus heimischem Getreide ersetzt werden. “Durch den Anstieg der Rohölpreise gewinnt die Produktion von Biokraftstoff aus Getreide zusätzlich an Bedeutung”, erklärt Humphrey Lau, Direktor der Abteilung Grain Processing bei Novozymes.

Viele bedeutende Autohersteller, wie Volvo, Ford und SAAB, stellen mittlerweile Modelle her, die mit Biokraftstoff betankt werden können. Doch selbst “normale Fahrzeuge” laufen mit einer Mischung aus Benzin und zehn Prozent Biokraftstoff einwandfrei. Aus Umweltgründen wird Benzin in Schweden bereits heute an den Tankstellen mit fünf Prozent Biokraftstoff versetzt.

Biokraftstoff eröffnet interessante Perspektiven auch für Landwirte und kann die über hoher Benzinpreise klagenden Verbraucher entlasten – so es politisch gewollt wird: “Beispiele aus den USA, Schweden und Deutschland zeigen, dass es politischer Unterstützung bedarf, um die Biokraftstoffindustrie systematisch aufzubauen. So hat sich in diesen Ländern beispielsweise die Befreiung von CO2-Steuern positiv auf die Biokraftstoffindustrie ausgewirkt”, erläutert Humphrey Lau.

Kontakt
Andreas Steynes
F&H Porter Novelli
Fürstenwall 99
40217 Düsseldorf
Tel.: 0211/31 16 30-16
Fax: 0211/ 31 16 30-24
E-Mail: steynes@fundh-d.de

Source: Pressemitteilung F&H Porter Novelli vom 2005-11-17.

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