20 Dezember 2004

Novelle der Verpackungsverordnung: Weg frei für Bioverpackungen

Die Verpackungsverordnung unterstützt die Markteinführung von Biokunststoffen in Deutschland

Die Verabschiedung der neuen Regelung für Bioverpackungen in der Novelle der Verpackungsverordnung wird vom Industrieverband für Biokunststoffe und biologisch abbaubare Werkstoffe (IBAW) ausdrücklich begrüßt. “Damit werden in Deutschland bisher bestehende Hemmnisse beseitigt und ein wichtiger Beitrag zur Markteinführung der Innovation geleistet”, so der Vorstandsvorsitzende Harald Kaeb. Der Bundesrat hat am 17.12.2004 die sogenannte Pflichtpfandnovelle beschlossen. Darin enthalten ist eine bis zum Jahr 2012 befristete Ausnahme zertifizierter Bioverpackungen von den Pflichten nach §6 der Verordnung. Dieser Paragraph regelt die Rücknahme von Verkaufsverpackungen und entsprechende Entsorgungssysteme.

Die Privilegierung führt nicht zum Abschied von der Produktverantwortung, stellt der Verband IBAW klar, durch die Übergangsregelung entsteht jedoch der notwendige Spielraum beim Systemaufbau. Zur Verwertung von Bioverpackungen wünschen Hersteller und Anwender den Aufbau eines eigenständigen Systems, welches den zugrundeliegenden Kreislaufgedanken auch praktisch umsetzt. Nach Gebrauch können zertifizierte Bioverpackungen auch durch Kompostieren verwertet werden. Für deren Herstellung werden in hohem Maße nachwachsende Rohstoffe, z.B. Pflanzenstärke oder Zellulose, verwendet. Diese am Naturkreislauf orientierten Merkmale unterscheiden Biokunststoffe von herkömmlichen erdölbasierten Kunststoffen.

Kompostierbare Verpackungen befinden sich in Ländern wie Niederlande, Großbritannien oder Italien bereits in den Supermärkten – mit wachsendem Erfolg. In Deutschland sind bis auf wenige Ausnahmen noch keine Produkte im Markt zu finden. Bioverpackungen, zum Beispiel für frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse, oder Tragetaschen sollen nun bald auch im deutschen Handel Einzug halten. “Solche innovationsfreundlichen Regelungen stärken den Standort”, lobt Kaeb die Initiative. Bis zur breiten Markteinführung wird noch geraume Zeit vergehen, denn Biokunststoffe halten bisher einen geringen Marktanteil. Die Hersteller wollen sich nun auf die Vermarktung der Produkte und Fortentwicklung der Technologie konzentrieren. Deren Anwendungspotenzial liegt heute bereits im niedrigen zweistelligen Bereich des Kunststoffmarktes. Biokunststoffe gelten nicht zuletzt deshalb als wichtige Innovation der Chemie- und Kunststoffindustrie.

(Vgl. Meldungen vom 2004-11-25 und 2004-09-09.)

Source: Pressemitteilung der Interessengemeinschaft biologisch abbaubare Werkstoffe (IBAW) vom 2004-12-17.

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